Italien
«Na gut, es war Meloni»: Restaurator übermalt Engelsgesicht
Bruno Valentinetti hat bei der Restauration eines Freskos einem Engel in der Basilika San Lorenzo in Rom ein Gesicht mit den Zügen von Ministerpräsidentin Meloni gemalt. Er sagte nun der italienischen Zeitung «La Repubblica», er habe auf Anweisung des Vatikans das Gesicht mit Farbe überdeckt. Der Rest des Engels blieb demnach unverändert.
Das Fresko in einer Seitenkapelle der Kirche, das bislang kaum Beachtung fand, ist zu einem Besuchermagneten geworden. Laut Pfarrer Daniele Micheletti sind «Massen von Menschen» in die Kirche gekommen. Sie hätten weder beten noch an der Messe teilnehmen, sondern nur den Engel sehen wollen. So zitierte ihn die italienische Nachrichtenagentur Ansa.
Seit dem Wochenende wird in Italien heftig über den Engel diskutiert (ref.ch berichtete). Dieser schien seit einer Restaurierung die Gesichtszüge der rechten Regierungschefin Giorgia Meloni zu tragen, in der Hand hält er eine Schriftrolle mit den Umrissen Italiens.
Der Fall rief auch die italienische Denkmalbehörde auf den Plan. Diese sollte klären, ob es für die eigenmächtige Veränderung durch einen Amateur-Restaurator eine Genehmigung gab. Ausserdem sollte herausgefunden werden, wie das Gesicht des Engels vor der Restaurierung ausgesehen hatte.
Tagelang stritt Restaurator Valentinetti ab, dass das Gesicht des Engels identisch sei mit jenem der Ministerpräsidentin. «La Repubblica» sagte er nun: «Na gut, es war Meloni, aber in Anlehnung an das Gemälde, das vorher dort war.» Nach Angaben der Tageszeitung soll nun das ursprüngliche Bild wiederhergestellt werden. (sda/ dst)