Luzern
Kritik an geplanter Streichung der Religionswissenschaft
Die Ankündigung, dass die Fächer Wissenschaftsforschung und Religionswissenschaft an der Universität Luzern nächstes Jahr eingestellt werden, sorgt für Kritik. Ende Oktober hatte der Universitätsrat dies mitgeteilt und mit Sparmassnahmen sowie rückläufigen Studierendenzahlen begründet. Im letzten Semester waren 39 Personen für das Studienfach eingeschrieben. Alle Studierenden sollen ihr Studium aber beenden können.
Schon bald formierte sich Widerstand gegen die Abschaffung der Religionswissenschaften. Professor Martin Baumann, Leiter des Seminars Religionswissenschaft, wurde Anfang November von der Universität für das Projekt Religionsvielfalt im Kanton Luzern mit dem «Open Science Award» ausgezeichnet.
In seiner Rede nannte er die Abschaffung der Religionswissenschaft einen «inhaltlichen und strategischen Fehlentscheid», wie die Luzerner Zeitung berichtete. Vor der Universität hätten sich zudem rund 30 Personen zu einer Kundgebung eingefunden. Uni-Rektor Martin Hartmann sagte in seiner Rede zur Kritik: «Solche Kürzungen sind nie schön. Aber eine Uni muss auf Wandlungsprozesse eingehen können.»
Politisch stehen zwei Vorstösse zur Bildungsstrategie im Raum: SP-Kantonsrätin Andrea Pfäffli hat im Sommer mit 17 Mitunterzeichnenden eine Anfrage zur Streichung der Religionswissenschaften an die Regierung eingereicht. Darin kritisiert sie die tiefe Finanzierung der Universität durch den Kanton Luzern. Die Antwort dazu steht noch aus. Eine weitere Anfrage an die Regierung reichte Adrian Nussbaum (Mitte) ein. Auch er sieht den interreligiösen Dialog in Gefahr. (gab)