Studie
Religiöse Spannungen nehmen weltweit zu
In immer mehr Ländern werden Menschen wegen ihres Glaubens bedroht, angegriffen oder diskriminiert. Zu diesem Schluss kommt das US-Forschungsinstitut Pew Research Center in seinem neuesten Bericht zur Religionsfreiheit.
Die jährliche Untersuchung deckt jeweils 198 Länder ab, die Länder werden auf einer Skala von null bis zehn eingestuft. Diese Bewertung basiert laut dem Institut auf der systematischen Auswertung von mehr als einem Dutzend internationaler Datenquellen. Die neuesten Daten stammen von 2023.
Zehn Länder mehr als 2022
Das Forschungsinstitut stellte in 55 Ländern ein hohes oder sehr hohes Ausmass gesellschaftlicher Feindseligkeiten im Zusammenhang mit Religion fest. Dazu zählen etwa Übergriffe auf religiöse Minderheiten, Angriffe auf Gotteshäuser, religiös motivierte Gewalt oder Belästigungen im Alltag.
Neu sind zehn Länder mehr in dieser Kategorie aufgeführt, beispielsweise Belgien, Norwegen, Russland, Schweden und Spanien. Als wichtigen Auslöser nennt die Studie die Folgen des Hamas-Angriffs auf Israel vom 7. Oktober 2023 und des anschliessenden Gaza-Kriegs.
In zahlreichen Ländern nahmen Spannungen zwischen religiösen Gruppen zu. Besonders hohe Werte gesellschaftlicher Feindseligkeit registrierten die Forschenden unter anderem in Nigeria, Indien, Israel, Syrien, Bangladesch und Pakistan.
Staaten schränken Religionsfreiheit stetig ein
Auch staatliche Eingriffe in die Religionsfreiheit bleiben weit verbreitet. In 58 Ländern schränkten Regierungen religiöse Aktivitäten stark ein. Etwa durch Verbote, Überwachung oder die Benachteiligung bestimmter Glaubensgemeinschaften. Besonders häufig wurden religiöse Gruppen schikaniert oder Gottesdienste und andere religiöse Zusammenkünfte behindert. Auffällig ist, dass staatliche Einschränkungen seit Start der Studie im Jahr 2007 kontinuierlich zugenommen haben.
Insgesamt leben laut der Studie etwa drei von vier Menschen weltweit in Ländern, in denen entweder starke staatliche Einschränkungen der Religionsfreiheit, erhebliche gesellschaftliche Feindseligkeiten oder beides vorkommen. Grund dafür ist auch, dass bevölkerungsreiche Staaten wie China, Indien und Pakistan zu den Ländern mit den höchsten Werten zählen. (gab)