Asien

Wieso die Zahl der Buddhistinnen und Buddhisten weltweit sinkt

Überalterung, wenig Nachwuchs und viele Abgänge: Die Zahl der Buddhisten nimmt als einzige der Weltreligionen ab. Der Trend zeigt sich aber nicht überall gleich stark.

Die Zahl der Buddhistinnen und Buddhisten sinkt als einzige der Weltreligionen. Das berichtete das US-Forschungsinstitut Pew Research Center letzten Sommer. Von 2010 bis 2020 habe die Zahl um über fünf Prozent – rund 19 Millionen Gläubige – abgenommen. Dies in einem Zeitraum, in dem die Weltbevölkerung um zwölf Prozent gewachsen war.

Nun haben die Forschenden die Gründe der Abnahme analysiert. Als Hauptgründe nennen sie demografische Entwicklungen und religiöse Abwanderungen. Buddhistische Gesellschaften seien im Durchschnitt älter: 2020 betrug der Median 39,8 Jahre und lag somit so hoch wie bei keiner anderen Weltreligion. Zum Vergleich: Bei den Christinnen und Christen lag das Median-Alter bei 30,8 Jahren.

Zudem sei die Fertilitätsrate bei Buddhistinnen mit 1,6 so tief wie bei keiner anderen Weltreligion. Dies zeige ein Durchschnittswert der Jahre 2010 bis 2015. Damit eine Gemeinschaft ihre Grösse halten kann, muss diese Rate bei 2,1 liegen.

Dieses Phänomen, eine überdurchschnittlich alte Gesellschaft mit wenig Nachwuchs, erstreckt sich auf mehrere Länder in Ostasien, unabhängig der Glaubensrichtung. Allein in China, Japan, Südkorea, Taiwan und Hong Kong habe die Zahl der Buddhistinnen und Buddhisten um rund 32 Millionen abgenommen.

Dazu kommt laut den Forschenden ein Generationenwechsel. Zwar zieht der Buddhismus viele Konversionswillige an: Auf hundert erwachsene Gläubige stossen zwölf Neue dazu. Aber: Mehr als jede fünfte Person, die buddhistisch aufgewachsen ist, hat sich von der Religion abgewendet.

Dabei stellten die Forschenden starke Unterschiede zwischen den Ländern fest: In Japan habe sich die Hälfte aller buddhistisch erzogenen Erwachsenen von der Religion abgewendet, in Südkorea seien es rund 60 Prozent. In Thailand hingegen, wo die meisten Buddhistinnen und Buddhisten leben, würden sich kaum Abgänge zeigen.

Weltweit machen Buddhisten noch knapp vier Prozent der Weltbevölkerung aus. Die grösste Religionsgruppe bildet weiterhin das Christentum mit 28,8 Prozent, wobei der Anteil seit 2010 um knapp zwei Prozent sank. (gab)

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