Regisseurin von «Female Pleasure» in der Jury der Zürcher Kirchen

Regisseurin Barbara Miller sitzt neu in der ökumenischen Jury, die am Zürcher Filmfestival einen eigenen Preis vergibt. Die Zürcherin will besonders auf berührende Geschichten mit kreativer Umsetzung achten.


Am «Zurich Film Festival» vergeben die Zürcher Kirchen zum dritten Mal einen eigenen Preis. Neu in der Jury sitzt Regisseurin Barbara Miller, die mit ihrem Film Female Pleasure vor einem Jahr für Aufsehen sorgte.

Im einem Interview erklärt Miller nun die Gründe für ihren Entscheid. Sie wolle die Offenheit zurückgeben, mit der kirchliche Kreise auf ihren Film reagiert hätten. In Female Pleasure gehe es «nicht um Religionskritik, sondern um die Kritik am Machtmissbrauch und an der Diskriminierung und Abwertung der Frauen und ihres Körpers» im Namen der Religion.

Als Mitglied der ökumenischen Jury werde sie die Filme aus kirchlich-religiöser Perspektive ansehen, erklärte Miller weiter. Diese Perspektive nehme sie sonst im Leben «eigentlich fast nie» ein.

«Berührende Geschichten» gesucht

Miller will «auf gute, berührende Geschichten, die stringent und kreativ umgesetzt werden» achten. Wichtig sei für sie vor allem, dass sich die Filme für Menschenrechte und Gerechtigkeit und gegen Diskriminierungen einsetzten.

Die Jury wird von der Filmdozentin Lucie Bader präsidiert. Darin sind zudem katholischerseits der Chefredaktor des Zürcher Pfarrblatts Forum, Thomas Binotto, und der Zürcher Synodalrat Zeno Cavigelli sowie reformierterseits der Kirchenrat und Pfarrer Andrea Marco Bianca vertreten.

Die Jury schaut sich am Zürcher Filmfestival, das vom 25. September bis zum 6. Oktober stattfindet, zwölf Filme aus der Kategorie «Fokus» gemeinsam an. Alle Filme stammen aus der Schweiz, Österreich oder Deutschland. Im letzten Jahr erhielt der Film «Welcome To Sodom» den Filmpreis der Kirchen. Er spielt auf einer Riesen-Müllkippe in Afrika, auf der Elektroschrott aus Europa landet. Der Filmpreis der Zürcher Kirchen besteht aus einer Urkunde und dem Preisgeld von 5000 Franken. (rp/kath.ch)