«Welcome to Sodom» gewinnt Filmpreis der Zürcher Kirchen

Der zum zweiten Mal vergebene ökumenische Preis der Zürcher Kirchen geht an den österreichischen Film «Welcome to Sodom» von Florian Weigensamer und Christian Krönes. Der Film handelt von den Bewohnern der grössten Elektro-Müllhalde.

Der Dokumentarfilm «Welcome to Sodom» gewinnt den mit 5000 Franken dotierten ökumenischen Preis der Zürcher Kirchen in der Reihe «Fokus: Schweiz, Deutschland, Österreich.» Das dokumentarische Porträt überzeuge mit seiner visuellen Wucht, begründet Jurypräsidentin Lucie Bader die Wahl in einer Mitteilung vom 4. Oktober.

Der Film lässt die Zuschauer hinter die Kulissen von Europas grösster Elektro-Müllhalde in Accra, im westafrikanischen Ghana, blicken und porträtiert die Verlierer der digitalen Revolution. Dabei stehen nicht die Mechanismen des illegalen Elektroschrotthandels im Vordergrund, sondern die Lebensumstände und Schicksale von Menschen, die am Ende der globalen Wertschöpfungskette stehen.

Frage nach persönlicher Verantwortung

Durch die emotionale Dichte der filmischen Erzählung stelle sich dem Publikum unmittelbar die Frage nach der persönlichen Verantwortung für die Auswirkungen von Globalisierung und Digitalisierung. «Wenn ich tags darauf im Zug sitze und Mobiltelefon und Kabel aus der Tasche ziehe, sehe ich das Flackern des brennenden Elektroschrotts in Ghana vor meinen Augen», sagt Bader.

Jurymitglied Zeno Cavigelli, katholischer Theologe und Synodalrat, hänge der Gestank von Sodom bis heute in seiner Nase. Der Film zeige nicht nur Müll, sondern Menschen, die auf apokalyptischem Boden leben.

Acht Spiel- und vier Dokumentarfilme

In der Reihe «Fokus: Schweiz, Deutschland, Österreich» des Zurich Film Festivals sind ingesamt zwölf Regiearbeiten von Filmschaffenden aus der Schweiz, Deutschland und Österreich zu sehen. Darunter sind acht Spiel- und vier Dokumentarfilme.

Der Film-Preis der Kirchen ist ökumenisch ausgerichtet und fördert den Dialog zwischen den Religionen und Kulturen. In der Jury sassen die Filmdozentin Lucie Bader als Präsidentin, die Schweizer Tatort-Schauspielerin Delia Mayer, der Filmkritiker und Chefredaktor des Zürcher Pfarrblatts forum Thomas Binotto, der reformierte Kirchenrat Andrea Marco Bianca sowie der katholische Synodalrat Zeno Cavigelli. (bat)