Regierung verbietet auf einen Schlag 1500 Organisationen
Für 1500 Nichtregierungsorganisationen (NGOs) hat die nicaraguanische Regierung per sofort Verbote verhängt. Diese wurden im Amtsblatt der Regierung veröffentlicht. Fast 700 der verbotenen Organisationen seien religiöse Vereinigungen und Stiftungen, berichtete die Plattform «La Onda».
Seit 2018 wurden in dem mittelamerikanischen Land mehr als 5000 Organisationen verboten und deren Vermögenswerte beschlagnahmt. Laut der lokalen
Entwicklungsorganisation Red Local sind in Nicaragua nur noch 1800 NGOs legal registriert.
Betroffen von den Verboten sind auch Sport-, Kultur- und Jugendverbände sowie das nicaraguanische Rote Kreuz. Unter den inzwischen verbotenen religiösen Organisationen befinden sich der Kapuzinerorden sowie zahlreiche reformierte und evangelikale Gemeinden, unter anderem die Synode der Lutherischen Kirche Nicaraguas. Die Regierung wirft ihnen vor, sie hätten Informationen zu ihrer Finanzierung und Organisationsstruktur nicht offengelegt.
Ortega geht schon länger gegen oppositionelle Organisationen und Kirchen vor. Dabei erschwert er deren Arbeit durch Auflagen oder verbietet sie ganz. Ortega kam 2007 an die Macht. Seit den blutig niedergeschlagenen Massenprotesten von 2018 regiert er zunehmend autoritär und repressiv gegen Kritiker und Oppositionelle. (epd/ hz)