US-Bericht

Fortschritte bei der Religionsfreiheit

Die USA loben Kanada, die EU und Brasilien für Verbesserungen bei der Religionsfreiheit. Schelte gab es für China, Russland und Myanmar.

«Religionsfreiheit ist lebenswichtig für gesellschaftliche Stabilität.» Das sagte US-Aussenminister Antony Blinken bei der Vorstellung des neuen Jahresberichts zu Religionsfreiheit. Das Fazit des Berichts: in Teilen der Welt gibt es Fortschritte bei der Religionsfreiheit. Mancherorts habe sich die Zivilgesellschaft für Veränderungen eingesetzt, «und Regierungen haben das gehört». Allerdings äusserte Blinken auch Kritik und warf unter anderem China und Myanmar eine Verletzung des Menschenrechts auf freie Religionsausübung vor. Auch die Lage in Russland wird angesichts der Kriegspropaganda der dortigen Regierung kritisch betrachtet.

Kanada und die Europäische Union hätten Büros gegen Islamophobie
eingerichtet, und Kroatien habe erstmals einen Antisemitismusbeauftragten berufen. Brasilien habe die religiösen Rechte der afro-brasilianischen Bevölkerung gestärkt. Ein neues Gesetz verbiete Diskriminierung aufgrund religiöser Praktiken. In der Zentralafrikanischen Republik befasse sich ein Gericht mit religiös begründeter Gewalt.

In Russland würden Gläubige unterdrückt

Blinken äusserte sich aber auch negativ über verschiedene Entwicklungen. Beispielsweise kritisierte er den aus US-Sicht anhaltenden Genozid an den mehrheitlich muslimischen Uiguren in der Volksrepublik China. In Myanmar unterdrücke die Militärregierung weiterhin religiöse Minderheiten. Menschenrechtler in Nicaragua seien alarmiert über Attacken der Regierung auf die katholische Kirche, sagte Blinken. Namentlich erwähnte der Aussenminister den katholischen Bischof Rolando Alvarez, der zu 26 Jahren Haft verurteilt wurde.

Im Bericht heisst es, in Russland würden Gläubige unterdrückt, die den «brutalen Krieg» in der Ukraine verurteilen. In Afghanistan müssten Menschen, die der «engstirnigen theologischen Linie» der regierenden Taliban nicht folgen, ihre Identität verbergen oder fliehen. In Saudi-Arabien gebe es zwar Schritte zu einem Dialog mit Glaubensgruppen, allerdings sei die öffentliche Ausübung nicht-islamischer Religionen verboten.

Hinrichtungen in Nordkorea

Aus Nordkorea lägen Berichte vor, dass die Regierung Menschen wegen religiöser Aktivitäten hinrichtet. In Indien hätten Sicherheitskräfte Berichten zufolge in mehreren Staaten Gewalt gegen Angehörige religiöser Minderheiten verübt. Gerichte in Pakistan führten Prozesse wegen Gotteslästerung.

Seit 25 Jahren publiziert das US-Aussenministerium Berichte zur Religionsfreiheit. Damit wolle man helfen, dass Religionsfreiheit «Realität wird für alle Menschen überall auf der Welt», sagte Blinken. (epd/ eba)