Reformierter Pfarrer zieht mit Schlafsack in die Kirche

Der reformierte Pfarrer von Gächlingen, Werner Näf, lebt seit Pfingstmontag in der Kirche. Dort schläft, kocht und arbeitet er. Mit seiner Aktion will er die Kirche zum lebendigen Begegnungsort machen.

Werner Näf hat die reformierte Kirche in Gächlingen zu seinem Zuhause gemacht – wortwörtlich. Seit Pfingstmontag schläft der 56-Jährige Pfarrer auf einer Matratze und in einem Schlafsack im Kirchenraum. Noch bis Sonntag wird er dort schlafen, arbeiten, kochen und essen, wie die «Schaffhauser Nachrichten» berichten. Nur zum Duschen würde der Pfarrer nach Hause gehen.

Pfarrer will Netzwerk aufbauen

Näf geniesst seine Zeit in der Kirche. «Besonders schön ist es am Morgen, wenn die Sonnenstrahlen die farbigen Kirchenfenster beleuchten», sagt er. Das Ziel seiner Aktion: Der Kirchenraum soll ein lebendiger Begegnungsort werden. «Hier soll man essen, trinken und sich treffen», so Näf, der am 1. Juni sein Amt angetreten hatte. Auch wolle er ein Netzwerk stricken und gleich zu Beginn in der Kirchgemeinde Präsenz markieren.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Kirchgemeinde Gächlingen Schlagzeilen macht: Für Aufsehen sorgte, als im April an der Kirchgemeindeversammlung beschlossen wurde, die vakante Pfarrstelle über 50 Prozent je zur Hälfte mit einem Pfarrer und einer nicht ordinierten kirchlichen Mitarbeiterin zu besetzen. Seit dem 1. Juni wird das Amt von Werner Näf und seiner Frau Marianne Näf besetzt.