Reformierte ZH: «KirchGemeindePlus» insgesamt auf Kurs

Die Synode der reformierten Zürcher Kirche hat am 25. November Kredite für das Reformationsjubiläum und das Flughafenpfarramt bewilligt. Der Kirchenrat beantwortete zudem kritische Anfragen zum Fusionsprojekt «KirchGemeindePlus».

Wohin geht die Reise beim Reformationsjubiläum? Die Synode bewilligte für den Grossanlass Kredite.
Wohin geht die Reise beim Reformationsjubiläum? Die Synode bewilligte für den Grossanlass nun die Kredite.

Für die Reformationsjubiläums-Projekte hat die Synode einen Fonds bewilligt, der 2015 mit 800‘000 Franken und in den Folgejahren mit je 500‘000 geäufnet werden soll. Zudem ist Grossmünster-Pfarrer Christoph Sigrist erster Reformationsbotschafter. Dies teilte die Zürcher Kirche am 25. November mit.

Die Kirche möchte das Jubiläum jedoch vor allem für Reflexion nutzen, wie es weiter heisst. Eine solche sei unumgänglich, befinde sich die Landeskirche doch im Wandel. Grund sei in erster Linie der anhaltende Mitgliederrückgang. Das führe zu abnehmenden Ressourcen, Sparzwängen und Umstrukturierungen wie der Zusammenlegung von Kirchgemeinden.

Das Jubiläum solle deshalb auch darauf hin befragt werden, «welche Erkenntnisse und Kräfte der Reformation sich für die Gestaltung der Zukunft als tragfähig erweisen». Damit gehe auch die «Konzentration aufs Wesentliche» einher, die der reformierten Tradition entspreche, sich immer wieder zu reformieren.

Zur Ausstrahlung des Jubiläums sollen gemäss Mitteilung auch Gesichter beitragen. Die Synode folgte dem kirchenrätlichen Vorschlag, Botschafterinnen und Botschafter für das Jubiläum zu ernennen – analog zur Rolle von Margot Kässmann in Deutschland. Erster Zürcher Botschafter sei seit dem Reformationssonntag Grossmünster-Pfarrer Christoph Sigrist.

«KirchGemeindePlus» auf dem Prüfstand

Im letzten März reichten rund 60 Synodale, also gut die Hälfte der Synode, eine Interpellation zu den Ergebnissen von «KirchGemeindePlus» ein. Das Projekt möchte die Zahl der Kirchgemeinden reduzieren. Insbesondere thematisieren die Interpellanten die Gefahr, vor lauter Strukturdiskussion die Inhalte zu vergessen. Für den Kirchenrat ist das Projekt «insgesamt auf Kurs», wie er in seiner Antwort darlegte. Der bisherige Verlauf gebe keinen Anlass für einen Kurswechsel.

Der Interpellant Karl Stengel war mit der kirchenrätlichen Antwort allerdings nicht zufrieden, sie sei oberflächlich und vage. Es würden die langfristigen Ziele fehlen, grössere Verbände seien aufwendiger zu steuern und zudem nicht günstiger. Und schliesslich entstehe die Gefahr eines Exodus von frustrierten Mitgliedern.

Auf der anderen Seite des Spektrums wurde gefordert, skeptische Kirchgemeinden stärker auf den Prozess zu verpflichten. Müller wies jedoch darauf hin, dass dieser nicht vom Kirchenrat verordnet werde, sondern in der Verantwortung der Kirchgemeinden liege. Dort sei erfreulicherweise viel Aufbruchsstimmung festzustellen.

Ja zu Kredit für Flughafenpfarramt

Im Weiteren bewilligte die Synode 85’000 Franken für die Sanierung der Räume des Flughafenpfarramtes. Auf den 1. April 2016 können die neuen Räume in der erneuerten Check-in-Halle 2 bezogen werden.

In einer Erklärung der religiös-sozialen Fraktion plädierte Jacqueline Sonego Mettner für eine «Verstärkung der kirchlichen Willkommenskultur für Flüchtlinge». Hintergrund bildet das Elend der Flüchtlinge in den Kriegswirren des Nahen Ostens. Sonego Mettner forderte den Kirchenrat auf, die Kirchgemeinden zu Gastfreundschaft und Solidarität einzuladen. Gefragt seien insbesondere Integrationsleistungen und Wohnraum.