Neuenburg
Kunstmuseum überprüft Sammlung auf Raubkunst
Dreissig Gemälde traten René und Madeleine Junod 1986 an das Musée des Beaux-Arts La Chaux-de-Fonds (MBAC) ab. Eines der Bilder, «La Vallée de la Stour» des englischen Malers John Constable, das 1942 in Nizza einer französischen jüdischen Familie geraubt worden war, wurde vor sieben Jahren nach mehr als zehnjährigem Verfahren an deren Erben zurückgegeben.
Nun versucht die Kunstgeschichtsstudentin Cristina Iancu im Rahmen ihrer Masterarbeit an der Universität Neuenburg herauszufinden, ob sich weitere während der Nazizeit enteignete Werke in der Sammlung befinden. Der Direktor des Museums, David Lemaire, bestätigte einen entsprechenden Bericht der Neuenburger Tageszeitung «Arcinfo».
Der Direktor stellt klar, dass die Familie Junod die einzelnen Werke zum Marktpreis gekauft hat, bevor sie sie dem Museum überliess. «Wir gehen nicht davon aus, dass die Junods böswillig gehandelt haben. Sie hatten die Bilder von Händlern gekauft. Einige von ihnen hatten schlechte Praktiken, aber dies wusste man nicht unbedingt.»
Studentin Iancu will ihre ersten Nachforschungen auf fünf Werke konzentrieren, darunter ein Landschaftsgemälde des Impressionisten Camille Pissaro. Das Museum verfügt über keinerlei Informationen zu diesem Gemälde, weshalb es vorrangig behandelt wird. Die Nachforschungen begannen bereits im September 2024, erste Ergebnisse sollen bis Juni 2026 vorliegen. (sda/ gab)