Luzern
Doch keine «Prügelnacht» im Kirchenzentrum
Das Veranstaltungslokal im Kirchenzentrum St. Michael im luzernischen Littau steht allen offen. Eigentlich. Denn für die Motorradrocker der «Hell’s Angels» und die Kampfsportler, die dort eine «Prügelnacht» durchführen wollten (ref.ch berichtete), bleiben die Türen nun geschlossen.
«Dieser Entscheid ist den zuständigen Personen nicht leicht gefallen», schreibt die katholische Pfarrei St. Theodul in einer Mitteilung. Dieselbe Formulierung hatte sie bereits vergangene Woche gewählt, um die Zusage zur Kampfsportveranstaltung in ihren Räumlichkeiten zu begründen.
Die Notbremse gezogen haben die Verantwortlichen wegen der lauten Kritik, die auf sie niedergegangen ist. In der Mitteilung ist die Rede von Hass-Mails, Erpressungsversuchen, Drohungen sowie «massiv produziertem Druck» seitens Luzerner Jungparteien und den Medien.
Als die Juso auch noch Protestaktionen vor dem Kirchenzentrum ankündigte, wurde es der Betriebskommission und dem Kirchenrat zu heikel. Sie hätten Gegendemonstrationen mit «Eskalationspotenzial» befürchtet, deren Ausgang ungewiss gewesen sei.
«Die Betriebskommission bedauert diese mit Angst und Vorurteilen massiv geschürte Entwicklung», heisst es im Schreiben. Sie habe sich von Behörden, Politik und Öffentlichkeit alleingelassen gefühlt.
Die «Prügelnacht» hätte am 25. Januar in Littau stattfinden sollen. Eine Allianz der Jungparteien in Luzern kritisierte unter anderem, dass mindestens ein Kämpfer mit Verbindung zu rechtsextremen Kreisen antreten sollte. Die Junge SVP hatte den offenen Brief nicht unterschrieben.