Auszeichnungen

Predigtpreis 2024 für Heidelberger Theologinnen

Die beste Predigt ist dieses Jahr in der Heidelberger Peterskirche zu hören gewesen, meint die Jury des Ökumenischen Predigtpreises. Gehalten haben ihn eine Vikarin und eine wissenschaftliche Mitarbeiterin.

Der Ökumenische Predigtpreis geht in diesem Jahr an die evangelischen Theologinnen Christine Böckmann und Salome Lang für eine gemeinsam gehaltene Dialogpredigt. Zudem wird der Prager Soziologe und Priester Tomas Halik für sein Lebenswerk geehrt, wie die Universität Bonn und die evangelische Kirche in Bonn mitteilten. Verliehen werden die Preise am 13. November.

Die wissenschaftliche Mitarbeiterin Böckmann und die Vikarin Lang hielten die ausgezeichnete Predigt «Laute Stille» im März in einem Universitätsgottesdienst in der Heidelberger Peterskirche. Thema war der Bibeltext über die drohende Opferung Isaaks durch seinen Vater Abraham. Die Theologinnen hätten die Erzählung in einen Dialog mit den Schweigemustern treten lassen, von denen Opfer sexuellen Missbrauchs in der evangelischen Kirche berichteten, erklärte die Jury.

Erstmals wird in diesem Jahr ein Preis in der Kategorie «Faithcast» verliehen – der Begriff ist eine Zusammensetzung aus dem englischen Wort Faith (Glaube) und dem Begriff Podcast. Der theologische Laie Martin Christian Hünerhoff aus Tübingen und der Marburger Theologieprofessor Thorsten Dietz gehen in dem prämierten Podcast «Das Wort und das Fleisch» den epochalen Verschiebungen in der christlichen Welt nach. Mit bestechender Sachkenntnis, Humor und persönlichen Geschichten brächten die beiden Licht ins Dunkel der tektonischen Verschiebungen der Weltchristenheit, hiess es.

Der ökumenische Predigtpreis wird seit dem Jahr 2000 in Bonn verliehen und inhaltlich von den drei theologischen Institutionen an der Universität Bonn verantwortet. Zu den bisherigen Preisträgern gehören der Kabarettist Hanns Dieter Hüsch, die Theologinnen Margot Käßmann und Annette Kurschus sowie die Klimaaktivistin Luisa Neubauer. (epd/ dst)