Missbrauchsstudie Katholische Kirche

Politikerinnen fordern staatliche Intervention

Nationalrätinnen aus sechs Parteien wollen, dass Minderjährige in Kirchen und Vereinen besser vor Übergriffen geschützt sind. Der Bund solle Vorgaben für verbindliche und standardisierte Schutzkonzepte machen, fordern sie in einer Motion.

Die Studie zu den Missbrauchsfällen in der Katholischen Kirche zieht politische Konsequenzen nach sich (ref.ch berichtete). Parlamentarierinnen aus sechs verschiedenen Parteien – SP, GLP, Grüne, LDP/FDP und EVP – fordern verbindliche und standardisierte Schutzkonzepte in den Kirchen und Vereinen. Dadurch sollen Kinder und Jugendliche besser vor sexuellem, physischem und psychischem Missbrauch geschützt werden. Die Kriterien für die Schutzkonzepte sollen vom Bund kommen. Zuerst darüber berichtet hatte der «Tagesanzeiger».

Die Politikerinnen verweisen in ihrem Vorstoss nicht nur auf die Missbrauchsfälle in der Kirche, sondern auch auf diejenigen im Leistungssport. Die bisherigen Schutzkonzepte hätten sich nicht bewährt, sagte Mitinitiantin Tamara Funiciello (SP) dem Tagesanzeiger. Der Bund solle nicht nur die Vorgaben für die Schutzkonzepte erlassen, sondern auch ihre Einhaltung kontrollieren. (pef)