Missbrauchsstudie Katholische Kirche

Männer-Fachgruppe fordert strukturellen Wandel

Die ökumenische Fachgruppe «Männerarbeit im kirchlichen Kontext» zeigt sich erschüttert über den Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche. Sie fordert einen grundlegenden Wandel.

Die Studie zu sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche hat auch bei der Fachgruppe «Männerarbeit im kirchlichen Kontext» Bestürzung ausgelöst. In einer Mitteilung verurteilt die Fachgruppe das Ausmass des Missbrauchs und den Umgang der katholischen Kirche mit den Übergriffen.

Zugleich drückt die Gruppe ihre Solidarität mit den Opfern aus. Gefragt sei nun eine «lückenlose Aufklärung und Ahndung von begangenen Verbrechen und Vertuschungen der verantwortlichen Männer auf allen Hierarchiestufen», heisst es.

Das Entsetzen über den Missbrauch dürfe sich jedoch nicht auf die Täter allein konzentrieren. Der Nährboden für die Taten sei vielmehr ein «abgeschottetes patriarchales System» gewesen. Nötig sei daher ein «grundlegender kultureller und struktureller Wandel der römisch-katholischen Kirche in den Bereichen Macht, Sexualmoral, Priesterbild und Gleichberechtigung der Frauen».

Eine Studie der Universität Zürich hat in der vergangenen Woche über 1000 Fälle von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche ans Licht gebracht. Nach Ansicht der Forscherinnen handelt es sich dabei um die «Spitze des Eisbergs», da die meisten Fälle nicht gemeldet und die Dokumente vernichtet wurden.

«Männerarbeit im kirchlichen Kontext» ist eine Fachgruppe von männer.ch, dem Dachverband Schweizer Männer- und Väterorganisationen. Die Fachgruppe setzt sich laut Angaben für den Austausch unter gleichstellungsorientierten Männern und für die Etablierung von Männer- und Väterarbeit in Kirche und Gesellschaft ein. (no)