Kirchgemeindefusionen

Stadtberner entscheiden über Zusammenschluss

In Bern werden Fusionspläne zu einer einzigen städtischen reformierten Kirchgemeinde konkreter. Voraussichtlich bis in einem Jahr sollen die Stimmberechtigten über das Fusionsprojekt entscheiden.

Voraussichtlich nächstes Jahr können die zwölf evangelisch-reformierten Kirchgemeinden der Stadt Bern und die Gesamtkirchgemeinde Bern über eine Fusion zu einer einzigen Kirchgemeinde abstimmen. Das Steuerungsgremium hat überarbeitete Grundlagen für den Zusammenschluss verabschiedet.

Es übergebe den Entwurf damit an die Kirchgemeinden und die Gesamtkirchgemeinde mit der Empfehlung, das Projekt ihren Stimmberechtigten vorzulegen, teilte das Steuerungsgremium mit. Als mögliches Abstimmungsdatum wird der 2. März 2025 genannt, spätestens müssen die Abstimmungen bis Ende Mai 2025 durchgeführt sein.

Sollten neun von zwölf Kirchgemeinden zustimmen, kommt die Fusion zustande. Die Kirchgemeinden, welche die Vorlage ablehnen, bleiben eigenständig. Die neue Exekutive der Stadtberner Reformierten würde noch 2026 bestimmt werden, sodass die Fusion auf den 1. Januar 2027 in Kraft treten kann, wie es in der Mitteilung weiter heisst.

Es ist dies der zweite Anlauf für eine Fusion zu einer einzigen reformierten Stadtberner Kirchgemeinde. Schon 2022 seien Vorschläge für einen Zusammenschluss vorgelegen, hiess es in der Mitteilung des Steuerungsgremiums. Die Gesamtkirchgemeinde habe zunächst versucht, eine alternative Reform durchzuführen, sei davon aber im Herbst 2023 wieder abgerückt.

Gegenüber der ersten Fusionsvorlage wird nun der Minderheitenschutz der französischsprachigen Gemeindemitglieder gestärkt. Zudem gilt eine Zwei-Drittel-Mehrheit im Kirchgemeindeparalment, vorgesehen ist auch eine Bestandesgarantie über acht Jahre. Das Parlament kann Ausgaben in der Höhe von bis zu zwei Millionen Franken bewilligen, Bauprojekte mit höheren Kosten sind referendumsfähig.

Ziel der Fusion ist es, den Verwaltungsaufwand zu senken und damit über mehr Ressourcen für die Arbeit in den Quartieren zu verfügen. Die Durchführung stadtweiter Angebote soll erleichtert werden. (sda/ jow)