Zürich

Opposition zu Klimalabel-Zwang angekündigt

Der Zürcher Kirchenrat möchte die Kirchgemeinden zur Einführung des Klimalabels «Grüner Güggel» verpflichten. Nun haben sich die Gegner an der Kirchensynode zu Wort gemeldet.

Die Zürcher Reformierten sollen beim Klimaschutz eine Pionierrolle einnehmen. So will es der Kirchenrat. Der Verzicht auf fossile Brennstoffe soll in der Kirchenordnung festgeschrieben werden. Ausserdem sollen Kirchgemeinden dazu verpflichtet werden, sich bis 2032 mit dem Klimalabel Grüner Güggel «oder einem äquivalenten Umweltmanagementsystem» zertifizieren zu lassen.

An der Synode der Zürcher Landeskirche haben nun Gegner der Vorlage Opposition angekündigt. Im Rahmen einer Debatte zum Rahmenkredit des Legislaturziels «Umweltbewusst handeln» sagte Martin Breitenstein (Liberale Fraktion), dass eine Minderheit der vorberatenden Kommission einen Gegenvorschlag ausarbeiten werde. Breitenstein gehört dieser Kommission an.

Stein des Anstosses ist der Zwang zum Grünen Güggel. Dieser stelle einen zu grossen Eingriff in die Kirchenautonomie dar, sagte Breitenstein. «Das widerspricht dem liberalen Geist einer Kirche von unten», sagte er. Weitere Synodale aus der Liberalen Fraktion sowie aus der Evangelisch-kirchlichen Fraktion schlossen sich in Voten Breitenstein an.

Die Vorlage sowie der angekündigte Antrag der Opposition kommen voraussichtlich im November vor die Synode. Beim Vorschlag des Kirchenrats handelt es sich um einen Gegenvorschlag zur «Schöpfungsinitiative», welche die Reformierte Kirche erstmals zu verbindlichen Zielen im Klimaschutz verpflichten möchte. Es war die erste erfolgreich eingereichte kirchliche Volksinitiative. Die Initianten hatten angekündigt, die Initiative bei Annahme des Gegenvorschlags des Kirchenrats zurückzuziehen.

Eine Zertifikatspflicht würde alle Kirchgemeinden im Kanton Zürich betreffen. Per Ende letzten Jahres waren 29 von ihnen ausgezeichnet. Knapp 80 Kirchgemeinden sind noch ohne Label. (eba)

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