Österreichs Lutheraner fordern legale Zugänge nach Europa

Nach der Flüchtlingstragödie an einer österreichischen Autobahn hat die evangelisch-lutherische Kirche des Landes legale Zugänge nach Europa gefordert. Dies sei der einzige Weg, dem Schlepperwesen den Boden wegzuziehen, sagte Bischof Michael Bünker am Donnerstag in Wien.

Michael Bünker.
Michael Bünker. (Bild: evang.at/Uschmann)

Durch eine Abschottung der «Festung Europa» und eine schärfere Verfolgung der Schlepperei werde kein Mensch, der in Europa Schutz vor Krieg suche, abgehalten. Vielmehr würden nur die Preise steigen und das Risiko für Flüchtlinge grösser, in Lebensgefahr zu geraten. Dies berichtete der Evangelische Pressedienst Deutschlands (epd) am 28. August.

Bünker zeigte sich tief erschüttert über Tod der Flüchtlinge in einem Lkw. Jetzt sei es Zeit, sich der Realität zu stellen, «weil sich nicht nur in fernen Ländern, vor Lampedusa oder Kos, sondern mitten unter uns zeigt: Das Fehlen eines gemeinsamen Vorgehens Europas hat tödliche Auswirkungen auf schutzsuchende Menschen.»

Am Donnerstag waren nach offiziellen Angaben vom Freitag mehr als 70 tote Flüchtlinge in einem abgestellten Lkw auf der burgenländischen A4 bei Parndorf entdeckt worden. Von den Schleppern, die den qualvollen Tod der Flüchtlinge zu verantworten haben, fehlt bisher jede Spur. (epd)