Luzern

Ökumenische Notfallseelsorge stark gefordert

Notfallseelsorgende sind 2023 im Kanton Luzern bei 82 Ereignissen im Einsatz gewesen. Dazu gehören Suizide, ausserordentliche Todesfälle und schwere Verkehrsunfälle.

Bei einem Unglück kümmern sich Notfallseelsorgende um Angehörige und Beteiligte. Für die Einsätze üben sie regelmässig - die Aufnahme entstand während einer solchen Übung. (Bild: zvg)

Im Kanton Luzern sind täglich zwei Notfallseelsorgende und Care Givers auf Pikett. «In der Regel sind wir innerhalb von 45 Minuten am Einsatzort», wird Christoph Beeler-Longobardi, Co-Leiter ökumenische Notfallseelsorge/Care-Team Kanton Luzern, in einer Mitteilung der Reformierten Kirche Kanton Luzern zitiert.

Im Jahr 2023 seien die Teammitglieder bei 82 Ereignissen im Einsatz gewesen und hätten während rund 850 Stunden Angehörige und Menschen, die an Unfällen oder ausserordentlichen Ereignissen beteiligt waren, psychologisch und seelsorgerlich betreut. «Bei einem schlimmen Vorfall zieht es Angehörigen und Beteiligten den Boden unter den Füssen weg», wird Beeler-Longobardi weiter zitiert. Aufgabe der Notfallseelsorgenden sei es, ihnen beim Verarbeiten des Erlebten zu helfen.

Im Jahr 2023 waren die Teams bei 25 suizidalen Ereignissen präsent. Im Vorjahr 2022 waren es 20. Das sei im Vergleich der letzten zehn Jahre eine hohe Zahl. Am häufigsten gerufen wurden Notfallseelsorgende und Care Givers im vergangenen Jahr wiederum bei ausserordentlichen Todesfällen. Das seien beispielsweise plötzliches Herzversagen in der Öffentlichkeit oder zu Hause. 31 solcher Ereignisse verzeichnete die Organisation 2023.

Trägerin des Angebots sind die katholische, die reformierte und die christkatholische Landeskirche gemeinsam mit dem Kanton Luzern. Die Leitung des Teams teilen sich Christoph Beeler-Longobardi und Thomas Seitz. Rund 40 Care Givers und Notfallseelsorgende sind im Team. Die Betriebskosten betragen knapp 100’000 Franken pro Jahr. Care Teams der Notfallseelsorge gibt es in der ganzen Schweiz. (dst)