Hilfswerke

Ökumenische Kampagne stellt Klimagerechtigkeit in den Fokus

In einem Brief an Umweltministerin Simonetta Sommaruga und das Parlament fordern die Hilfswerke Heks und Fastenaktion griffige Massnahmen für den Klimaschutz. Dass die Schweiz auf Kosten anderer lebe, sei unfair.

Eine ethische Beurteilung zur Klimagerechtigkeit komme zum Schluss, dass die Schweizer Bevölkerung ab dem 15. März auf Kosten anderer Menschen lebe und konsumiere. Dies teilten die Hilfswerke Heks, Fastenaktion und weitere Organisationen am Dienstag an einer Medienkonferenz der ökumenischen Kampagne in Bern mit. Ab diesem Zeitpunkt sei die Menge an ausgestossenem CO2 in der Schweiz erreicht, die nötig wäre, die globale Erwärmung um 1,5-Grad zu stoppen, wie dies das Pariser Klimaabkommen vorsehe.

Mit 14 Tonnen CO2-Ausstoss pro Kopf und Jahr hätten die Schweizerinnen und Schweizer einen doppelt so hohen CO2-Ausstoss wie der globale Durchschnitt. Jeder und Jede könne sich jedoch solidarisch zeigen und zur Verbesserung der Klimagerechtigkeit beitragen, zum Beispiel mittels weniger Flugreisen oder geringerem Fleischkonsum, hiess es weiter.

Leidtragende unter den Folgen des «Lebens auf grossem Fuss» seien diejenigen Menschen, die am meisten unter der Klimaerwärmung litten, wie am Beispiel Kolumbiens gezeigt wurde. Das Land trage nur 0,57 Prozent zum globalen Treibhausgas-Ausstoss bei. Doch Kolumbien ist eines der am meisten vom Klimawandel betroffenen Länder und leidet unter Dürreperioden und Hurrikanen, wie ein Mitarbeiter einer Partnerorganisation von Fastenaktion in Kolumbien aufzeigte.

Klimaziele rasch umsetzen

Die Ungerechtigkeit des Klimawandels könne vermieden werden, indem ambitionierte Klimaziele rasch umgesetzt würden, so das Fazit der ökumenischen Kampagne. Beitragen könnten dazu unter anderem ein neues, griffiges CO2-Gesetz, der Ausstieg aus fossilen Energieträgern und das Senken der Emissionen von Treibhausgasen auf Netto Null, und dies nicht erst 2050, sondern bereits zehn Jahre früher. Zudem sollten Betroffene im globalen Süden unterstützt und Entschädigungen für bereits erlittene Verluste geleistet werden.

Im Rahmen der ökumenischen Kampagne der Fastenzeit sei eine Petition lanciert worden, die über Postkarten an Sommaruga unterzeichnet werden könne. Bundesrat und Parlament werden darin aufgefordert, eine mutige und weitsichtige Klimapolitik zu betreiben und ihre Verantwortung für Klimagerechtigkeit wahrzunehmen, wie es weiter hiess. (sda/no)