Filmfestival Locarno

Ökumenische Jury prämiert den Zürcher Film «Soul of a Beast»

Der Schweizer Regisseur Lorenz Merz erhält am Filmfestival in Locarno eine Auszeichnung. Im Zentrum seines Filmes stehen junge Menschen.

Der 40-jährige Zürcher Lorenz Merz erhält dieses Jahr den Preis der Ökumenischen Jury am Filmfestival in Locarno für seinen Film «Soul of a Beast». Merz habe eine Hommage geschaffen und erzähle eine «mutige Geschichte voller Seele, verkörpert von jungen Menschen», schreibt die Jury in einer Mitteilung. Der Film nehme die Zuschauer mit auf eine «fiebrige Heldenreise», die an der Langstrasse beginnt, im Zentrum des Zürcher Nachtlebens. Hin- und hergerissen zwischen dem Ruf der Wildnis und dem Wunsch nach Familie, führe Gabriel dem Zuschauer vor Augen, dass ein Mensch wie er nur in Beziehung zu anderen er selbst sein kann, heisst es weiter. Der Film hat in Locarno seine Weltpremiere gehabt.

Hauptfigur ist der 17-jährige Gabriel. Er ist alleinerziehender Vater und verliebt sich in Corey, die Freundin seines besten Freundes. Merz, der nicht nur das Drehbuch geschrieben, sondern auch Regie geführt hat, ist selbst Vater geworden, als er 18 Jahre alt war. Der Film sei aber nicht autobiografisch, betonte er jüngst im Gespräch mit «Cinébulletin». Merz studierte an der Zürcher Hochschule der Künste, er ist in Locarno für einen früheren Film bereits mit dem silbernen Leoparden ausgezeichnet worden und auch Träger des Schweizer Filmpreises (Rubrik bester Kurzfilm).

Die Ökumenische Jury verleiht ihren Preis an Filmschaffende, denen es gelingt, ihr Publikum für religiöse, menschliche oder soziale Werte zu sensibilisieren. Die Auszeichnung ist mit 20'000 Franken dotiert. (jow)

Redaktioneller Hinweis: Die Ökumenische Jury ist international zusammengesetzt, ihr gehören vier Personen an. Den reformierten Sitz hat Pascale Huber übernommen, sie ist Geschäftsführerin der Reformierten Medien, zu denen auch ref.ch gehört.