Obwaldner Gemeinden lassen Abtreibungsgegner nicht marschieren

Die beiden Obwaldner Gemeinden Kerns und Sachseln haben den Organisatoren des «Marsch fürs Läbe» die Bewilligung für einen geplanten Gebetsmarsch am Bettag verwehrt. Die christlichen Abtreibungsgegner reichten dagegen Rekurs ein.


Am 17. September hätten die Veranstalter, die Abtreibungen und Sterbehilfe ablehnen, einen Gebetsmarsch organisieren wollen. Der «Marsch fürs Läbe» war bei der Kapelle Bethanien in St. Niklausen und auf dem Openair-Feierplatz bei der Kapelle Flüeli geplant. Er sollte bereits zum achten Mal stattfinden.

Vom örtlichen Wallfahrtssekretariat habe man ursprünglich grünes Licht erhalten, sagte OK-Präsident Daniel Regli auf Anfrage. Zudem habe man eingewilligt, die Teilnehmerzahl zu beschränken. Doch unter Hinweis auf zu befürchtende Störungen durch externe Gruppierungen und einen deshalb nötigen Polizeiaufwand hätten die beiden Gemeinden die Benutzung des öffentlichen Grundes untersagt. Dagegen haben die Organisatoren am Mittwoch Rekurs eingelegt.

Angst vor Ruhestörung

Das Gesuch sei unter Berufung auf das Ruhetagsgesetz des Kantons abgelehnt worden, erklärt Florian Spichtig, Vizegemeindepräsident von Sachseln. Am Eidgenössischen Dank-, Buss- und Bettag seien Grossveranstaltungen nur in Ausnahmen zu bewilligen. Für einen anderen Tag habe man eine allfällige Bewilligung übrigens offengelassen.

Aus Erfahrung von früheren Auflagen des «Marsch fürs Läbe» müsse davon ausgegangen werden, dass es zu einem Grossaufmarsch kommen würde. So haben die Organisatoren laut eigenen Angaben 11’000 Flyer verteilt. «Am Bettag erwarten wir sowieso hunderte Besucher. Das Flüeli soll aber ein Ort der Ruhe sein», begründet Spichtig.

Rechtskonservative Christen marschieren mit

Ob der Marsch als Grossanlass eingestuft wird, liegt nun bei der Obwaldner Regierung, die den Rekurs behandeln muss. OK-Präsident Regli sagt: «Wir hoffen auf den Regierungsrat, haben aber Notfallszenarien bereit.»

Zu früheren Kundgebungen der Bewegung in Bern und in Zürich marschierten oft über tausend Personen aus christlichen und rechtskonservativen Kreisen auf. Die Polizei war jeweils mit einem Grossaufgebot präsent. Es kam zu Gegenkundgebungen und Störaktionen. (sda)