Neuenburger Kirche will gleichgeschlechtliche Paare trauen
Ab Juli 2022 dürfen homosexuelle Paare in der Schweiz zivilrechtlich heiraten. Auch die kirchliche Trauung wird dann in vielen reformierten Landeskirchen möglich sein. Unklar war die Situation bislang in der Neuenburger Kirche: Zwar schliesst die Kirchenordnung eine Trauung von gleichgeschlechtlichen Paare nicht explizit aus. Ein entsprechender Synodebeschluss stand aber noch aus.
Das hat das Kirchenparlament an seiner Versammlung vom 1. Dezember nun nachgeholt. Mit grosser Mehrheit haben sich die Abgeordneten für die kirchliche Trauung von gleichgeschlechtlichen Paaren ausgesprochen, wie das Westschweizer Portal der Reformierten, die Site «protestinfo.ch», am
2. Dezember berichtete.
Wie die Segnungsfeiern für homosexuelle Paare im einzelnen gestaltet werden, soll nun eine Reflexionsgruppe erarbeiten. Auch soll im kommenden Jahr ein Liturgieheft für die Ehesegnung entworfen und der Synode vorgelegt werden. Zudem will die Kirche an der Gewissensfreiheit für Pfarrpersonen festhalten.
Schlechte Nachrichten gab es dagegen von der Finanzfront. Wegen rückgängiger Steuereinnahmen sieht das Budget 2022 einen Verlust von rund 1,2 Millionen Franken vor. Laut dem Bericht rechnet die Kirche damit, dass sich das Defizit in den kommenden Jahren noch vergrössern wird. Es sei deshalb unumgänglich, neue Einsparungsmöglichkeiten zu finden oder grössere Immobilienverkäufe zu tätigen. (no)