Nationalrat lehnt «Sexkauf-Verbot» deutlich ab
In der Schweiz wird es kein Sexkauf-Verbot geben. Wie der «Bote der Urschweiz» am 8. Juni berichtet, hat der Nationalrat die Motion der EVP-Nationalrätin Marianne Streiff-Feller mit 172 zu 11 Stimmen abgelehnt.
Streiff-Feller hatte in der Sommersession des Nationalrats gefordert, dass Freier für den Kauf von Sex bestraft werden sollen. Somit wäre Prostitution illegal geworden (ref.ch berichtete).
Prostitution beruhe in fast allen Fällen auf Ausbeutung, sagte Streiff-Feller damals auf Anfrage von ref.ch. Die meisten Frauen übten dieses Gewerbe unter Zwang von Zuhältern, Lebenspartnern oder kriminellen Clans aus, andere dränge die wirtschaftliche Not zur Sexarbeit.
Auch für den Bundesrat ist ein Sexkauf-Verbot nach dem Vorbild nordischer Staaten ein untaugliches Instrument, um betroffene Frauen besser zu schützen. Laut dem «Bote der Urschweiz» zieht er generell die Wirksamkeit in Zweifel und verweist auf die Erfahrungen aus Schweden. Es bestehe die Gefahr, dass sich die Prostitution in die Illegalität verlagere, argumentiert der Bundesrat. Ausserdem würden Freier stattdessen vermehrt übers Internet angeworben. (bat)