Muslimisches Feldgebet als Ausdruck der Religionsfreiheit
Vergangene Woche hat der SVP-Nationalrat Andreas Glarner ein Bild betender Soldaten der Schweizer Armee veröffentlicht. Nun sei die Armee «endgültig verloren», schrieb er dazu. Der Grund dafür: Es handelte sich nicht etwa um ein christliches Gebet, sondern um ein muslimisches.
Die Gesellschaft Minderheiten in der Schweiz (GMS) hält diese Aussage für hetzerisch und rassistisch, wie sie in einer Medienmitteilung schreibt. Sie gefährde den sozialen Frieden in der Schweiz.
Muris Begovic, der erste muslimische Seelsorger in der Schweizer Armee, habe das Gebet auf Wunsch einiger Soldaten durchgeführt. Das sei «Ausdruck des Glaubens und der Religionsfreiheit», schreibt die GMS. Sie hält den Tweet des Politikers für eine Verletzung der Diskriminierungsstrafnorm und fordert eine juristische Untersuchung des Vorfalls.
Begovic ist selber Vorstandsmitglied der GMS. Präsident des Vereins ist Christoph Sigrist, reformierter Pfarrer am Grossmünster in Zürich. (pef)