Moldau

Kirchenoberhaupt tritt nach mutmasslichen Sexvideos zurück

Petru Paduraru ist nicht mehr das Oberhaupt der rumänisch-orthodoxen Kirche in der Moldau. Hintergrund sind Videos, die ihn beim Sex mit einem anderen Mann zeigen sollen. Die Affäre hat auch eine geopolitische Komponente.

Ein Sexskandal erschüttert die orthodoxe Kirche in der Republik Moldau, berichtet die NZZ. Metropolit Petru Paduraru, über drei Jahrzehnte lang Oberhaupt der rumänisch-orthodoxen Kirche im Land, ist überraschend zurückgetreten. Offiziell begründete der 79-Jährige seinen Schritt mit Alter und Gesundheitsproblemen.

Laut der NZZ war kurz zuvor jedoch Videomaterial aufgetaucht, das den Kirchenführer beim Sex mit einem mutmasslich ihm unterstellten Mann zeigen soll. Die Echtheit der Aufnahmen wurde bisher nicht offiziell bestätigt.

Brisant ist der Fall nicht nur wegen der strikten Ablehnung homosexueller Beziehungen durch die orthodoxen Kirchen. Die Affäre hat auch eine geopolitische Dimension. In der Moldau konkurrieren die rumänisch-orthodoxe Kirche und die dem Moskauer Patriarchat unterstehende russisch-orthodoxe Kirche um Einfluss.

Nach der Veröffentlichung der Videos wurden deshalb rasch Spekulationen laut, Russland könnte ein Interesse an der Diskreditierung der rumänisch-orthodoxen Kirche haben. Belege dafür gibt es bislang allerdings nicht.

Die NZZ weist zudem darauf hin, dass auch die russisch-orthodoxe Kirche zuletzt von Skandalen um führende Geistliche betroffen war, darunter Vorwürfe zu Luxusimmobilien, Beziehungen trotz Zölibatsverpflichtung, sexuellem Fehlverhalten und Drogenfunden. (gab)

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