In Recht, Politik und Gesellschaft werde ganz selbstverständlich zwischen einheimischer und zugewanderter Bevölkerung unterschieden, schreibt die reformierte Kirche Bern-Jura-Solothurn in ihrer Mitteilung am 12. September. Politische Debatten würden sich eher auf Ängste oder Vorbehalte konzentrieren, während für kirchliche Kreise Nächstenliebe und Humanität im Fordergrund stünden.
An der Tagung hat laut Mitteilung der Basler Theologieprofessor Reinhold Bernhardt darüber gesprochen, dass Heimatlosigkeit und Entwurzelung sich wie ein roter Faden durch die Bibel ziehen. Allein die Bindung an Gott werde als wahre Heimat beschrieben. Dies bedeute jedoch nicht, dass Menschen nicht auf eine irdische Heimat angewiesen sind. Die Professorin für ökumenische Ethik Amélé Ekué ergänzte, der geografische Ort oder entsprechende symbolische Gegenstände dürften jedoch nicht idealisiert werden.
In den Workshops sei es um Fragen wie die biblische Sicht auf die Migration, deren praktische Umsetzung und die Rolle von Migrationskirchen in der heutigen Kirchenlandschaft gegangen. Im Abschlussreferat hätte der Berner Theologieprofessor Matthias Zeindler vor der Moralisierungsfalle gewarnt in der die Migrationstheologie derzeit stecke. Die Theologie müsse deutlich machen, dass das Heimat-Angebot Gottes allen Menschen gelte.
Die Tagung fand am 31. August statt und wurde vom Ökumenischen Rat der Kirchen, dem Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund und den Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn organisiert.