Migration

16 Festnahmen nach Bootstragödie im Atlantik

Bis zu 70 Menschen sollen auf der mindestens elftägigen Überfahrt über den Atlantik gewaltsam umgekommen sein. Die Verhafteten werden verdächtig, andere Flüchtlinge lebend über Bord gestossen zu haben.

Nach der Bergung eines Migrantenbootes südlich der Kanaren hat die spanische Polizei 16 der insgesamt 251 Überlebenden festgenommen. Sie werden verdächtigt, während der Überfahrt im Atlantik Gewalttaten begangen zu haben und für den Tod von bis zu 70 Bootsinsassen verantwortlich zu sein, wie der staatliche TV-Sender RTVE unter Berufung auf die Nationalpolizei berichtete.

Ermittler prüfen nun Hinweise, wonach Mitreisende lebend über Bord gestossen worden sein könnten. Überlebende berichteten, dass einige Migranten andere vermutlich aus Aberglaube als «Unglücksbringer» abgestempelt und deshalb ins Meer geworfen hätten. Zudem werden mögliche Straftaten im Zusammenhang mit Todesfällen durch Hunger und Durst untersucht. Die Festgenommenen sollen in den kommenden Tagen einem Haftrichter vorgeführt werden.

Das Boot war wegen eines Motorschadens manövrierunfähig und seit mindestens elf Tagen unterwegs, als es am 24. August von einem Frachter mehr als 400 Kilometer vor den Kanaren entdeckt wurde. Die Besatzung alarmierte den spanischen Seerettungsdienst, der die Flüchtlinge an Land brachte. Laut Zeugenaussagen begannen weit mehr als 300 Menschen die Reise. Nur 251 erreichten den Hafen von Arguineguín auf Gran Canaria. (dpa/ gab)

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