Methodisten suchen weiter den Dialog

Nach dem umstrittenen Entscheid zur Homosexualität von Ende Februar droht der weltweiten Kirche der Methodisten die Spaltung. Der Vorstand der methodistischen Kirche der Schweiz, Frankreichs und Nordafrikas will an der Einheit festhalten - denkt aber auch über andere Szenarien nach.


Die Methodisten ringen weiter um ihre Kirche. An der Jahreskonferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche Schweiz-Frankreich-Nordafrika (EMK) vom 13. bis 16. Juni in Wettingen (AG) bekräftigte der Vorstand seinen Wunsch, an der weltweiten Einheit festzuhalten. «Auch im Vorstand gibt es unterschiedliche Auffassungen hinsichtlich des Umgangs mit gleichgeschlechtlich Orientierten», heisst es gemäss einer Mitteilung vom 17. Juni. So seien die Methodisten in Frankreich und Nordafrika eher traditionell orientiert, während es in der Schweiz und Österreich eine starke Tendenz gegen die Ablehnung der traditionellen Haltung gebe. Trotzdem wolle man als Vorstand «Gesprächsbereitschaft und Meinungsbildung fördern».

Nachdem die Generalkonferenz der Vereinigten Methodistenkirche im Februar beschloss, gleichgeschlechtliche Ehen weiterhin abzulehnen, formierte sich in vielen Ländern Widerstand – auch in der Schweiz. Dort lancierten Kirchenangehörige eine Petition, in der sie den Vorstand der EMK dazu aufforderten, Stellung zu beziehen (ref.ch berichtete).

Entscheidung bis 2021

Deshalb hat der Vorstand nun einen Gesprächsprozess angestossen. Unter anderem hat die Jahreskonferenz eine Gruppe von Personen eingesetzt, die mögliche Szenarien für die weitere Entwicklung der Kirche prüfen sollen. Grundlage dafür ist eine Umfrage unter der Delegierten der Jahreskonferenz sowie unter Kirchgemeinden. Ausserdem soll im November dieses Jahres eine Konferenz in Bern stattfinden, an der unterschiedliche Positionen zum Thema Homosexualität diskutiert werden.

Die Entscheidung, ob die EMK den Beschluss der weltweiten Kirche akzeptiert oder den Verbund verlässt, soll bis zur nächsten Zentralkonferenz im März 2021 getroffen werden. Bis dahin gilt noch die bisherige Kirchenordnung. (no)