Methodisten lehnen gleichgeschlechtliche Ehen weiterhin ab

Die Vereinigte Methodistenkirche ist weiterhin gegen die Ehe für homosexuelle Paare. Dies beschloss sie an ihrer Generalkonferenz. Der Bischof der Evangelisch-methodistischen Kirche Schweiz bedauert den Entscheid.

Konservative Delegierte freuen sich über den Entscheid an der Generalkonferenz der Methodisten (Bild: Mike DuBose, UMNS)

Die Vereinigte Methodistenkirche (UMC) lehnt gleichgeschlechtliche Ehen weiterhin ab. Bei ihrer am 26. Februar in St. Louis im US-Bundesstaat Missouri zu Ende gegangenen Generalkonferenz stimmten die Delegierten mit einem Anteil von 53 Prozent für den sogenannten «Traditionellen Plan».

Diese Resolution sieht vor, dass die Kirche an ihren derzeit geltenden Vorschriften gegen die gleichgeschlechtliche Ehe und gegen in Partnerschaft lebende schwule und lesbische Pastoren festhält. Ein Reformkonzept, demzufolge einzelne Gemeinden über diese Fragen entscheiden dürfen, fand nach oftmals emotionalen Debatten keine Mehrheit.

Disziplinarmassnahmen zur Durchsetzung der Ordnung sollen neu sogar noch konsequenter angewendet werden, schreibt die Evangelisch-methodistische Kirche Schweiz (EMK) in einer Mitteilung. Was das im einzelnen bedeutet, sei zur Zeit noch unklar, da die Entscheidung der Generalkonferenz noch unter dem Vorbehalt ihrer Vereinbarkeit mit der Verfassung der Kirche stehe. Diese werde vom Rechtshof der Kirche überprüft.

Schweizer Bischof bedauert Entscheid

Der Bischof der EMK, Patrick Streiff, zeigte sich vom Abstimmungsergebnis enttäuscht: «Dass die Generalkonferenz die Frage einer in Treue gelebten gleichgeschlechtlichen Partnerschaft noch ausgeprägter als bisher zu einem kirchentrennenden Ordnungsartikel macht, halte ich für bedauernswert», wird er in der Mitteilung zitiert.

Bischof Streiff ist für die Moderation des Diskussionsprozesses zur Umsetzung des Beschlusses in 16 Ländern zuständig, die zur Zentralkonferenz von Mittel- und Südeuropa gehören. Es sei daher gut möglich, dass sich einige Kirchen einen Austritt aus der UMC überlegen könnten, schreibt die EMK in ihrer Mitteilung weiter.

Denn von Algerien bis Polen und von Frankreich bis Rumänien gebe es nicht nur gesellschaftlich, sondern auch unter den Kirchenmitgliedern sehr unterschiedliche Auffassungen zum Umgang mit Fragen zur Homosexualität. «Das wird einen intensiven und respektvollen Gesprächsprozess nötig machen», sagt Streiff, «dieser wird bis spätestens 2021 zu einer Klärung führen müssen, wer in der EMK verbleibt und wer sich möglicherweise als eine neue Kirche konstituiert.»

Jahrelange Diskussion

Ihre Haltung zur Homosexualität beschäftigt die Methodisten seit Jahren. In den USA haben einige Methodistenpastoren gleichgeschlechtliche Ehen gesegnet. Konservative US-Kirchenmitglieder und besonders viele Mitglieder aus Afrika lehnen das grundsätzlich ab.

Weltweit zählt die methodistische Kirche rund 12,6 Millionen Mitglieder. In der Schweiz hat die EMK 10’000 Angehörige in mehr als hundert Gemeinden. Sie ist Mitglied des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbunds sowie des Verbandes Freikirchen Schweiz und der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in der Schweiz.