Afghanistan

Menschenrechtler warnen vor schwerer Gesundheitskrise

Nach der Machtübernahme der Taliban 2021 seien viele Afghanen in extreme Armut gefallen, heisst es in einem neuen Report von «Human Rights Watch». Viele könnten ihre medizinische Behandlung nicht mehr bezahlen.

In Afghanistan hat sich die Gesundheitsversorgung nach der Machtübernahme der Taliban laut «Human Rights Watch» (HRW) stark verschlechtert. Das Recht auf Gesundheit von Millionen von Afghaninnen sei gefährdet, warnte die Menschenrechtsorganisation in New York bei der Veröffentlichung eines Berichts. Dafür sei auch die schwere Wirtschaftskrise in dem Land am Hindukusch verantwortlich.

Nach der Machtübernahme der Taliban im August 2021 seien viele Afghanen in extreme Armut gefallen, heisst es im Report. Sie könnten deshalb ihre medizinische Behandlung nicht mehr zahlen. Verschärft habe sich die Krise durch den Stopp von Hilfszahlungen aus dem Ausland, von denen Afghanistan stark abhängig gewesen sei.

Doch auch der Ausschluss von Frauen und Mädchen aus dem öffentlichen Leben unter der Herrschaft der radikal-islamischen Taliban trage zur Gesundheitskrise bei. Wegen des Bildungsverbots sei etwa die Ausbildung von Mitarbeiterinnen im Gesundheitswesen gefährdet. Vorschriften, nach denen Frauen nur in Begleitung eines männlichen Familienangehörigen das Haus verlassen dürfen, erschwerten die medizinische Behandlung.

Die HRW-Afghanistan-Forscherin Fereshta Abbasi sagte: «Der Verlust ausländischer Entwicklungshilfe und die Rechtsverletzungen der Taliban haben eine katastrophale Gesundheitskrise verursacht, die Frauen und Mädchen überproportional trifft.»

Die Taliban hatten im August 2021 nach einem 20 Jahre andauernden internationalen Militäreinsatz wieder die Macht im Land übernommen. Seitdem haben sie die Rechte der weiblichen Bevölkerung stark eingeschränkt. Nach Angaben der Vereinten Nationen hungern rund 23 Millionen Afghanen, mehr als die Hälfte der Bevölkerung. Laut dem UN-Welternährungsprogramm steht das Land am Rande des wirtschaftlichen Zusammenbruchs. (epd/ hz)