Über eine Million Menschen von Hunger bedroht
Im Gaza-Streifen gehen die Nahrungsvorräte zur Neige. Rund 1,1 Millionen Menschen in dem Gebiet hätten ihre Vorräte bereits aufgebraucht und seien nun von katastrophalem Hunger betroffen, erklärte das UN-Welternährungsprogramm (WFP) in Rom. «Die Menschen in Gaza verhungern», sagte WFP-Exekutivdirektorin Cindy McCain. Es bleibe nur noch ein «sehr kleines Zeitfenster», um eine Hungersnot abzuwenden.
UN-Generalsekretär António Guterres nannte die Lage der Bevölkerung im Gaza-Streifen entsetzlich. Es handele sich um eine von Menschen verursachte Katastrophe, die gestoppt werden könne, sagte er und mahnte eine sofortige humanitäre Waffenruhe an. «Ich fordere die israelischen Behörden auf, den vollständigen und ungehinderten Zugang für humanitäre Hilfsgüter im gesamten Gaza-Streifen zu gewährleisten.»
Im Norden des Gaza-Streifens wird nach Angaben des WFP bis Mai mit einer Hungersnot gerechnet. Dort seien 300’000 Menschen von den Kämpfen eingeschlossen. In den südlichen Regierungsbezirken drohe eine Hungersnot bis Juli 2024.
Das UN-Hilfswerk rief Israel auf, mehr Hilfe für die Menschen im Gaza-Streifen zuzulassen. Das WFP und humanitäre Partner seien darauf angewiesen, dass mehr Zugänge in den Gaza-Streifen geöffnet werden und ein direkter Grenzübergang in den Norden ermöglicht wird. Für die Versorgung mit Grundnahrungsmitteln müssten täglich mindestens 300 Lastwagen in den Gaza-Streifen einfahren.
Nach dem Terrorangriff der radikal-islamischen Hamas vom 7. Oktober hatte Israel eine Militäroffensive im Gaza-Streifen gestartet. Hilfsorganisationen beklagen seit Monaten, dass zu wenige Hilfslieferungen in die Gebiete gelangen. (epd/ no)