Seenotrettung

Mehr als 800 Flüchtlinge gehen in Sizilien an Land

Tagelang mussten zwei Rettungsschiffe auf dem Mittelmeer ausharren, bis sie Häfen auf Sizilien ansteuern durften. Das seien «unmenschliche Wartezeiten», klagt SOS Méditerranée.

Zwei Seenotrettungsschiffe mit insgesamt mehr als 800 Flüchtlingen haben in Sizilien angelegt. Die «Ocean Viking» durfte am 8. August den Hafen von Pozzallo ansteuern, die «Sea-Watch 3» erreichte Trapani, wie die Betreiberorganisation SOS Méditerranée mitteilte.

Die Ausschiffung der Flüchtlinge auf der «Ocean Viking» und der «Sea-Watch 3» verzögerte sich allerdings, wie Petra Krischok von SOS Méditerranée sagte. Zunächst müssten alle auf das Coronavirus getestet werden.

Für Ärger sorgte die lange Wartezeit von sechs Tagen, in denen die «Ocean Viking» auf dem Mittelmeer hat ausharren müssen. Auch auf der «Sea-Watch» waren einige Flüchtlinge seit neun Tagen an Board. «Diese unmenschlichen Wartezeiten dürfen nicht zur Norm werden», mahnte SOS Méditerranée: «Die europäischen Länder müssen dringend einen zuverlässigen Mechanismus für die Ausschiffung schaffen.» Die Lage auf der «Ocean Viking» hatte sich den Angaben zufolge zuletzt weiter zugespitzt. Von beiden Schiffen mussten bereits auf See Menschen aus gesundheitlichen Gründen evakuiert werden. (epd/bat)