Massiv weniger Taufen in der katholischen Kirche
Im ersten Pandemiejahr seien in der Schweiz insgesamt 11'926 Personen, meist Kinder, römisch-katholisch getauft worden, schreibt das Schweizerische Pastoralsoziologische Institut (SPI) mit Sitz in St. Gallen in der am Dienstag veröffentlichten Studie. 2019 hatte es schweizweit noch rund 17'700 Taufen gegeben.
Die Zahl der Kirchenaustritte lag den Angaben zufolge nur geringfügig unter dem Rekordwert von 2019: 2020 traten 31'140 Personen aus der römisch-katholischen Kirche aus, im Jahr zuvor waren es 31'772 Personen gewesen.
Stabile Mitgliederzahl erwartet
In der Studie analysiert das SPI auch die Entwicklung der Mitgliederzahlen in den letzten zehn Jahren und wagt eine Prognose - basierend auf der Annahme, dass sich die beobachteten Trends im selben Ausmass fortsetzen.
Dabei kommt das Institut zum Schluss, dass trotz Austritten und einer sinkenden Taufquote die absolute Zahl der Katholikinnen und Katholiken innerhalb des nächsten Jahrzehnts in etwa stabil bleibt. Die Studie ist denn auch mit dem Titel «Totgesagte leben länger» überschrieben. Hauptgrund dafür ist laut den Forschenden die Einwanderung katholischer Personen in die Schweiz.
Einfluss der Kirche dürfte abnehmen
Zugleich gehen die Studienautoren jedoch davon aus, dass der prozentuale Anteil der Katholikinnen und Katholiken an der Bevölkerung sinkt. Damit dürfte auch der gesamtgesellschaftliche Einfluss der Kirche abnehmen, geben sie zu bedenken. Und es stellten sich herausfordernde Fragen, etwa was den Erhalt historischer Kirchengebäude angehe,
Für die Studie wertete das SPI Daten des Bundesamts für Statistik (BFS) und aus eigenen Erhebungen sowie Angaben der Kantonalkirchen aus. (sda/mos)