«Marsch fürs Läbe» organisiert sich am Bettag neu

Nach dem Verbot des geplanten Gedenkmarsches am 17. September in Obwalden ruft der Verein an verschiedenen Standorten zum Gebet auf. Ein «individuelles Gebet» soll auch in Flüeli-Ranft stattfinden.


«Niemand kann uns davon abhalten, am Eidgenössischen Dank-, Buss- und Bettag für das Recht auf Leben zu beten. Jeder soll für das Leben beten können am Bettag! An jedem Ort in der Schweiz.» Mit diesen Worten ruft der Verein «Marsch fürs Läbe» auf seiner Webseite an verschiedenen Standorten in der Schweiz zum Gebet auf.

Alternativveranstaltungen in mehreren Kantonen

Der Verein reagiert damit auf ein Verbot des Obwaldner Regierungsrats. Dieser hatte am 31. August den geplanten «Marsch fürs Läbe» in Flüeli-Ranft mit Verweis auf das Ruhetagsgesetz des Kantons Obwalden untersagt. Er folgte dabei den Einwohnergemeinden Sachseln und Kerns, die dem Verein die Bewilligung für den Gedenkmarsch verweigert hatten.

Man wolle nun die Gelegenheit geben, an einer alternativen Veranstaltung teilzunehmen, heisst es auf der Webseite weiter. Dazu ruft der Verein an sieben verschiedenen Ortschaften in den Kantonen Zürich, Zug und Schwyz zu Gebetstreffen auf. Ein «individuelles Gebet» soll auch in Flüeli-Ranft stattfinden.

Bistumssprecher Gracia kritisiert Verbot

In die Diskussion um die verbotene Veranstaltung schaltete sich auch der Chu­rer Bistumssprecher Giuseppe Gracia mit einem offenen Brief an die Obwaldner Regierung ein, wie die Luzerner Zeitung am 7. September berichtete. Durch den Entscheid der Regierung werde «die Meinungsäusserungsfreiheit auf dem Altar der Angst» geopfert, kritisierte Gracia. Der zuständige Regierungsrat Christoph Amstad entgegnete gegenüber der Zeitung, er habe das Schreiben mit einem Schmunzeln gelesen. Ausschlaggebend für den Entscheid der Regierung sei die Rücksicht auf Pilger und Reisende gewesen, die am Bettag Besinnung und inneren Frieden suchten. (no)