Markante Zunahme von rassistischen Vorfällen in der Schweiz

Schwarze und Menschen aus dem arabischen Raum wurden im vergangenen Jahr am häufigsten Opfer rassistischer Diskriminierung, wie ein neuer Bericht zeigt. Deutlich zugenommen haben auch die Vorfälle mit rechtsextremem Hintergrund.


Beratungsstellen registrierten im vergangenen Jahr 352 Fälle von rassistischer Diskriminierung, wie aus einem am 27. April veröffentlichten Bericht der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus und des Vereins humanrights.ch hervorgeht. Das sind nicht nur deutlich mehr als 2018 (278 Fälle), sondern auch mehr als im bisherigen Rekordjahr 2017 (301).

Der öffentliche Raum war dabei mit 62 Beratungsfällen der am stärksten betroffene Lebensbereich. Der Arbeitsplatz mit insgesamt 50 Fällen verzeichnete im Vergleich zum Vorjahr eine Abnahme an registrierten Fällen und liegt neu an zweiter Stelle.

Beschimpfungen und Verleumdungen

Besonders häufig wurde auch rassistische Diskriminierung in der Nachbarschaft, im Bildungsbereich und bei Kontakten mit der Verwaltung und der Polizei gemeldet. Am häufigsten waren in allen Bereichen Benachteiligungen und Beschimpfungen, es gab aber auch herabwürdigende Behandlung und Verleumdungen.

Als Motiv am häufigsten genannt (145 Vorfälle) wird generelle Ausländerfeindlichkeit und Fremdenfeindlichkeit. Dahinter folgen Rassismus gegen Schwarze mit 132 und Muslimfeindlichkeit mit 55 Nennungen.

Nazi-Symbole und Hitler-Gruss

Eine deutliche Zunahme gab es bei den Vorfällen mit rechtsextremem Hintergrund (36 Vorfälle). So berichtete eine Fachperson der Beratungsstelle über verschiedene rechtsextreme Vorfälle in einer Gemeinde, welche von Schülerinnen und Schülern ausgingen. Dabei gab es physische und verbale Übergriffe auf einen dunkelhäutigen Jugendlichen, es wurden aber auch rechtsextreme Symbole verbreitet und Gesten gemacht (Hitler-Gruss).

Auch Racial Profiling war mit 23 gemeldeten Fällen ein Thema in der Beratung. So wandte sich eine Frau an eine Beratungsstelle, weil sie bei der Rückkehr von einer Geschäftsreise als einzige Passagierin von der Flughafenpolizei und dem Grenzwachkorps zur Seite genommen wurde. Obwohl alle ihre Dokumente in Ordnung waren und ohne ihr den Grund zu nennen, wurde sie in einem separaten Zimmer aggressiv befragt, ihr Koffer wurde kontrolliert und sie musste sich ausziehen. (sda/no)