Krieg im Nahen Osten

Hunderttausende Menschen sind auf der Flucht

Allein im Libanon mussten innerhalb weniger Tage mehr als 667’000 Kinder, Frauen und Männer flüchten. Die EU hat Nothilfe mobilisiert.

Die israelischen Angriffe auf den Libanon im Zuge des Nahost-Krieges zwingen laut dem Hilfswerk UNHCR immer mehr Menschen in die Flucht. Gemäss den Behörden hätten sich sich bis Dienstag mehr als 667'000 Menschen auf einer Online-Plattform für Vertriebene im Libanon registriert.

Innerhalb eines Tages seien damit zusätzlich mehr als 100'000 Menschen im Libanon vertrieben worden. Und die Zahlen stiegen weiter. Rund 120'000 der Vertriebenen seien in Sammelunterkünften der Regierung untergebracht. Andere seien bei Verwandten oder Freunden untergekommen oder befänden sich noch auf der Suche nach einer Bleibe. Viele seien hastig und ohne jegliche Habseligkeiten geflüchtet.

Angesichts der sich verschlechternden humanitären Lage hat die EU Soforthilfe für den Libanon bereitgestellt. Wie die EU-Kommission mitteilte, umfasst die Hilfe rund 404 Tonnen Lebensmittel, medizinische Güter, Materialien für Notunterkünfte sowie Winterkleidung. Damit sollen mehr als 90'000 Menschen versorgt werden. Die Hilfe wird über die humanitären Partner der EU, das Welternährungsprogramm (WFP) und das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (Unicef), verteilt.

Die USA und Israel hatten Ende Februar eine massive Militärkampagne gegen den Iran begonnen. Das iranische Regime reagierte mit Angriffen auf US-Einrichtungen und zivile Objekte in mehreren Staaten der Region sowie mit Attacken auf Israel.

Nach Raketen-Angriffen der dem Iran nahestehenden islamistischen Hisbollah-Miliz auf Israel hat sich der Konflikt auf den Libanon ausgeweitet. Israel nahm die Hisbollah im Libanon unter Beschuss und forderte die Bevölkerung auf, bestimmte Gebiete zu verlassen. Binnen weniger Tage ist die Situation im Land eskaliert (ref.ch berichtete). (epd/ eba)

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