Krieg im Nahen Osten

Human Rights Watch: Israel setzte weissen Phosphor ein

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch wirft Israel vor, bei einem Angriff auf ein Wohngebiet im Südlibanon verbotenerweise weissen Phosphor eingesetzt zu haben.

Man habe sieben Aufnahmen verifizieren und geografisch zuordnen können, hiess es in einem Bericht von Human Rights Watch. Aufgrund dessen könne bei einem Angriff Israels auf ein Wohngebiet im Südlibanon von vergangener Woche der Einsatz von weissem Phosphor nachgewiesen werden.

Ein Mitarbeiter von Human Rights Watch sprach darin von schweren Folgen für Zivilisten. Die Brandeigenschaften von weissem Phosphor könnten zum Tod oder schweren Verletzungen führen, die lebenslanges Leid nach sich ziehen. Das israelische Militär äusserte sich zunächst nicht zu dem Vorwurf.

Militär ordnete Evakuierung an

Weisser Phosphor entzündet sich durch den Kontakt mit Sauerstoff in der Luft und brennt so lange weiter, bis entweder nichts mehr übrig ist oder die Sauerstoffzufuhr unterbrochen wird. Ein Zusatzprotokoll der Genfer Konventionen über das Kriegsvölkerrecht verbietet den Einsatz von Phosphorwaffen, wenn das Risiko besteht, dass sie vor allem Zivilisten treffen.

Vor dem Angriff am 3. März hatte das israelische Militär die Zivilbevölkerung zur Evakuierung und einem Abstand von mindestens tausend Metern vom Angriffsgebiet aufgerufen, heisst es in dem HRW-Bericht. Es habe nicht verifiziert werden können, ob Menschen in dem Gebiet durch weissen Phosphor zu Schaden gekommen seien.

Unicef: 80 tote Kinder binnen einer Woche

Gemäss der Unicef treffen die Angriffe im Libanon Kinder in einem «verheerenden Ausmass». Seit Anfang März habe der Konflikt mehr als 80 Kinder das Leben gekostet. Über 250 seien verletzt worden.

Die USA und Israel hatten am 28. Februar eine massive Militärkampagne gegen den Iran begonnen. Das iranische Regime reagierte mit Angriffen auf US-Einrichtungen und zivile Objekte in mehreren Staaten der Region sowie mit Attacken auf Israel. Nach Raketen-Angriffen der dem Iran nahestehenden Hisbollah auf Israel ist auch der Konflikt im Libanon wieder eskaliert.

Die anhaltenden israelischen Luftangriffe im Libanon haben bereits Hunderttausende Menschen zur Flucht gezwungen. Im ganzen Land seien 700'000 Menschen vertrieben worden, erklärte Unicef. Darunter seien 200'000 Kinder. Derweil verschlechtert sich die humanitäre Lage im Land Hilfsorganisationen zufolge dramatisch. (sda/ epd/ eba)

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