Lest Bücher! Neue Fachbücher zu Theologie und Religion
Eintauchen in biblische Welten

Die Historikerin Christine Christ-von Wedel, bekannt durch Publikationen in ihrem Spezialgebiet Humanismus und Reformation, überrascht mit der Neuerscheinung «Die Bibel in Geschichten. Neu nacherzählt für Kinder und Erwachsene». Angelehnt an die Reihenfolge der biblischen Bücher erzählt sie darin rund hundertachtzig biblische Geschichten – und das auf über 800 Seiten. Das Buch widmet sie ihren Enkelkindern und ehemaligen Sonntagschulkindern. Die schlichte und anschauliche Erzählweise vermag aber auch Erwachsene anzusprechen. Bemerkenswert ist, dass die Autorin anspruchsvolle theologische Begriffe wie Erbarmen, Gnade oder Sünde nicht vermeidet, sondern innerhalb der Geschichten an diese heranführt. Auch belassen die Geschichten die biblischen Texte in ihrer bisweilen widersprüchlichen Vielfalt.
Kurze Einleitungen zu jedem Kapitel bieten Hintergrundwissen für Interessierte. Rund siebzig Fotografien und Abbildungen unterstützen das Eintauchen in biblische Welten. Die Geschichten eignen sich zum Vorlesen oder zum Nacherzählen in Mundart. In Familiengottesdiensten, im kirchlichen Unterricht oder in der Gemeindearbeit wird dieses Buch seinen festen Platz finden. Und überall dort, wo Menschen gerne biblische Geschichten lesen und hören.
Christine Christ-von Wedel: «Die Bibel in Geschichten. Neu nacherzählt für Kinder und Erwachsene». TVZ, Zürich 2021; 840 Seiten; 70 Farbfotografien und Abbildungen; 32 Franken.
Über das begleitete Sterben sprechen

Der Schrecken einsamen Sterbens ist in der Coronakrise in ein breites Bewusstsein gerückt. Viele Menschen konnten sich nicht von ihren Angehörigen in Spitälern und Heimen verabschieden. Umso aktueller ist die im TVZ-Verlag erschienene Publikation «In Beziehung sein. Palliative Care und christliche Verantwortung». Die Autorinnen Martina Holder-Franz und Maria Zinsstag setzen sich nicht erst seit der Pandemie dafür ein, dass chronisch kranke und sterbende Menschen würdig begleitet und gepflegt werden. Sie haben nun ein Buch veröffentlicht, das die Palliativ- und Hospizbewegung in der Schweiz beleuchtet.
Zu Wort kommen in zwanzig Interviews Pionierinnen, Engagierte, die heute die Bewegung tragen, Dozierende und Freiwillige. Die Autorinnen sind Pfarrerinnen und arbeiten im Vorstand des Vereins «Palliative Care und christliche Verantwortung» mit. In ihrem Buch fragen sie nach den Ressourcen christlicher Spiritualität und thematisieren das christliche Erbe der Palliative-Care-Bewegung. Die Lektüre ist empfehlenswert. Insbesondere beeindrucken der Einsatz und der Mut der Porträtierten.
Martina Holder-Franz, Maria Zinsstag: «In Beziehung sein. Palliative Care und christliche Verantwortung. 20 Porträts aus der Schweiz». TVZ, Zürich 2021; 200 Seiten, 24.80 Franken.
Die Rezensentin Andrea Aebi ist Pfarrerin und stellvertretende Geschäftsführerin der Reformierten Medien, die auch bref herausgeben.