Krieg im Nahen Osten

Letzte tote Geisel geborgen

Die Leiche des 24-jährigen Ran Gvili ist als letzte tote Geisel im Gazastreifen geborgen worden. Damit ist eine zentrale Voraussetzung für die zweite Phase des Friedensplans erfüllt.

Alle von der Hamas entführten Geiseln sind zurück in Israel: Die Leiche des Polizisten Ran Gvili sei identifiziert und nach Israel gebracht worden, teilte Israels Armee mit. Das israelische Militär hatte zuvor auf einem Friedhof im Gazastreifen nach der letzten toten Geisel gesucht. Die Terrororganisation Hamas hatte eigenen Angaben zufolge den Vermittlern des Gaza-Abkommens alle zur Auffindung der Leiche nötigen Informationen übermittelt.

 «Das gesamte Volk Israel ist zu Tränen gerührt», sagte der israelische Präsident Izchak Herzog. Auch Ministerpräsident Benjamin Netanjahu zeigte sich erleichtert. «Es gibt keine Geisel mehr im Gazastreifen», sagte er im Parlament.

Mehrere israelische Medien meldeten, israelische Einsatzkräfte hätten seit dem Wochenende die sterblichen Überreste von rund 250 Menschen auf dem Friedhof untersucht. Vor wenigen Stunden sei Gvilis Leiche anhand ihrer Zahnstruktur erkannt worden, berichtete die «Times of Israel». Danach seien weitere Tests durchgeführt worden, um seine Identität zu bestätigen. Alle anderen Leichen würden zurück in ihre Gräber gebracht, der Friedhof gereinigt, hiess es weiter in dem Bericht.

Sobald Israel im Gegenzug die Leichen von 15 Palästinensern übergeben hat, sind die Voraussetzungen zum Eintritt in die zweite Phase des von den USA vorangetriebenen Gaza-Friedensplans offiziell erfüllt.

Die US-Regierung hatte die zweite Phase, die zu einem endgültigen Ende des Gaza-Kriegs führen soll, bereits ausgerufen. Die israelische Regierung sagte dagegen, erst dann in die nächste Phase des Friedensplans einzutreten, wenn der Leichnam der letzten Geisel nach Israel zurückgebracht worden sei. Die zweite Phase sieht die Entwaffnung der Hamas und die Entmilitarisierung des Gazastreifens vor. (sda/ no)

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