Kloster Wonnenstein

Die spanischen Schwestern dürfen doch nicht einziehen

Der Bischof sagt: «Nein». Die Gemeinschaft «Maria Stella Matutina» wird nicht im Appenzeller Kloster Wonnenstein wohnen. Es geht um den Vorwurf von sexuellem Missbrauch und einer sektenähnlichen Atmosphäre.

Die Wonnenstein-Saga ist um ein Kapitel reicher: Der St. Galler Bischof Beat Grögli erlaubt den Nonnen der spanischen Gemeinschaft «Maria Stella Matutina» nicht, ins Appenzeller Kloster einzuziehen. Das meldet das «St. Galler Tagblatt». Das Bistum St. Gallen teilte mit, der Bischof sei «daran, die Situation von Grund auf neu zu evaluieren».

Im Januar wurde bekannt, dass die spanischen Nonnen in das Kloster Wonnenstein einziehen sollen (ref.ch berichtete). Daraufhin sollen sich Betroffene und Schweizer Ordensobere beim Bistum gemeldet haben, denn: Dem Gründer von «Maria Stella Matutina» wird sexueller Missbrauch mehrerer Ordensschwestern und «sektiererisches Gehabe» vorgeworfen.

Gegründet wurde die Gemeinschaft 1982 von dem französischen Dominikaner Marie-Dominique Philippe und seiner Assistentin Alix Parmentier. Eine Untersuchung von 2023 ergab, dass Philippe jahrzehntelang weibliche Angehörige der verschiedenen von ihm gegründeten Gemeinschaften sexuell missbrauchte. Alix Parmentier wurde als seine Komplizin bezeichnet. Philippe starb 2006, Parmentier im Jahr 2016.

Die Reaktionen auf die geplante Ansiedlungen der «Maria Stella Matutina»-Schwestern veranlassten Bischof Grögli, bei hochrangigen Vertretern der französischen katholischen Kirche nachzufragen. Laut dem Bistum St. Gallen habe sich daraus ein Gesamtbild ergeben, das gegen die Ansiedlung der Gemeinschaft sprach.

Für den Verein Kloster Maria Rosengarten Wonnenstein ist das ein Rückschlag. Er verwaltet das Kloster und hatte die spanischen Schwestern als neue Bewohnerinnen ausgesucht. Vor dem Entscheid Bischof Gröglis hatte der Vereinspräsident die Nonnen noch gegen die Kritik verteidigt. Der Zeitung «Appenzeller Volksfreund» sagte er, es handle sich um eine gute Wahl. Man habe die Schwestern kennengelernt und «überhaupt keine Bedenken», sie im Kloster Wonnenstein wohnen zu lassen. (dst)

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