Kloster Wonnenstein schliesst
Die «rebellische Nonne» zieht aus
Das Kloster Wonnenstein schliesst. Das schreibt die «NZZ» in einem Artikel mit Verweis auf eine Mitteilung des Klosters. Darin heisst es, dass Schwester Scolastica, die einzige verbleibende Nonne, das Kloster nun definitiv verlassen habe. «Sie hat damit im Rahmen ihres persönlichen Gelübdes einer kirchlichen Weisung Folge geleistet.»
Jahrelang wehrte sich Schwester Scolastica dagegen, aus dem im Kanton Appenzell Ausserrhoden gelegenen Kloster auszuziehen. Dort lebte sie seit 2020 allein, was dem Bistum St. Gallen missfiel.
Eine Ordensfrau allein sei keine Ordensgemeinschaft, sagt der St. Galler Bischof Beat Grögli gegenüber der «NZZ». Das Klosterleben funktioniere nur als Gemeinschaft. «Dass sie das Kloster verlassen muss, ist schon lange klar, sie hat sich stets geweigert.»
Selbst der Vatikan konnte die 80-Jährige nicht umstimmen – zumindest vorerst. In einem Schreiben der Ordenskongregation in Rom wurde Schwester Scolastica aufgefordert, bis Ende September 2025 auszuziehen. Doch «die rebellische Nonne vom Kloster Wonnenstein», wie die «NZZ» sie bezeichnete, blieb unbeeindruckt.
Erst als sie vom Bischof und der kirchlichen Oberin auf eine mögliche Entlassung aus dem Ordensstand hingewiesen wurde, gab sie nach. Das Gespräch verlief gemäss Grögli «konstruktiv».
Schwester Scolastica selbst äussert sich nicht zum Streit. Aufgrund von Hüftproblemen soll sie zunächst in einem Gesundheitszentrum in Appenzell operiert und gepflegt werden. Eine Rückkehr ins Kloster Wonnenstein hält Grögli für ausgeschlossen. Sie könne allenfalls in ein anderes Kloster übertreten, sofern die dortige Gemeinschaft sie aufnehme.
Unklar ist auch, wie es mit dem im 17. Jahrhundert errichteten Kloster Wonnenstein weitergeht. Eine Möglichkeit sei, dass dort eine neue Ordensgemeinschaft einziehe, sagt Grögli im Artikel der «NZZ»: «Dazu sind wir in Gesprächen.» (hz)
Warum schliesst das Kloster Wonnenstein in Appenzell Ausserrhoden?
Das Kloster Wonnenstein schliesst seine Türen, weil die letzte verbliebene Nonne, Schwester Scolastica, es nun endgültig verlassen hat. Laut Bistum St. Gallen könne eine einzelne Ordensfrau keine Ordensgemeinschaft bilden – das klösterliche Leben funktioniere nur in Gemeinschaft.
Weshalb wehrte sich Schwester Scolastica so lange gegen den Auszug?
Die 80-jährige lebte seit 2020 allein im Kloster und widersetzte sich jahrelang der kirchlichen Weisung, auszuziehen. Erst nachdem sie auf eine mögliche Entlassung aus dem Ordensstand hingewiesen wurde, willigte sie schliesslich ein, der Aufforderung des Bistums und der Ordenskongregation in Rom zu folgen.
Wie geht es mit der Nonne und dem Kloster weiter?
Schwester Scolastica wird sich zunächst in einem Gesundheitszentrum in Appenzell behandeln lassen; eine Rückkehr ins Kloster gilt als ausgeschlossen. Das Bistum St. Gallen prüft derzeit, ob künftig eine neue Ordensgemeinschaft in das historische Kloster Wonnenstein aus dem 17. Jahrhundert einziehen könnte.