Synode St. Gallen

Kirchgemeinden stärken

Die St. Galler Kantonalkirche möchte Kirchgemeinden gezielter unterstützen, mehr Seelsorge an Institutionen ermöglichen und neue Formen von Kirche fördern. Zudem wurde in der Synode über den Mangel an Religionslehrkräften diskutiert.

Das Parlament der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons St. Gallen hat mit grosser Mehrheit einer Anpassung des Finanzausgleichs zugestimmt. Da es in den vergangenen Jahren vermehrt zu Gemeindefusionen gekommen ist und der Finanzausgleichsfonds sich positiv entwickelt hat, hat die Kantonalkirche insgesamt mehr finanziellen Spielraum. Das geht aus einer Medienmitteilung hervor.

Das angepasste Reglement sieht vor, dass Kirchgemeinden gezielter unterstützt werden, etwa mit speziell ausgebildeten Pfarrpersonen, die eine Stellvertretung übernehmen und zugleich die Gemeinde organisatorisch beraten können. Ebenso sollen die Seelsorge in regionalen Alters- und Pflegeheimen etabliert und innovative Projekte wie zum Beispiel eine Kunstkirche gefördert werden.

Gelockert werden ausserdem die Auflagen für Fusionen von Gemeinden, die unter die Grösse von 1000 Mitgliedern fallen. Sie sollen künftig fünf statt nur zwei Jahre Zeit haben, um mit einer anderen Gemeinde zu fusionieren.

Für eine lebhafte Diskussion sorgte die Antwort des Kirchenrats auf ein Postulat der Synodalen Katja Roelli. Sie und die Mitunterzeichnenden hatten die Exekutive beauftragt, Massnahmen vorzuschlagen, um dem Mangel an Religionslehrkräften zu begegnen. In seiner Antwort schlug der Kirchenrat unter anderem vor, dass Lehrkräfte fünf Jahre über die Pensionierung hinaus angestellt bleiben können sowie angehende Lehrpersonen bereits unterrichten sollten. Der Postulantin ging das indes nicht weit genug. Sie sprach sich dafür aus, dass auch Quereinsteigerinnen wie kirchliche Jugendarbeiterinnen Unterricht erteilen dürfen.

Diskussionslos genehmigt wurde das Budget 2024. Dieses sieht ein Minus von rund 350‘000 Franken vor. (no)