Lange hakte es, doch nun scheint der erste Schritt hin zu einer neuen Kommunikationsstrategie der Reformierten auf gutem Weg. SEK-Ratsmitglied Ulrich Knoepfel (GL) legte den knapp 70 Delegierten im Berner Rathaus zum dritten Mal das Papier zur «Bündelung der Kommunikation» vor. In der Winter-AV im November 2016 hatten die Abgeordneten die damalige Version des Berichts zwar zur Kenntnis genommen, jedoch lediglich als «Zwischenbericht». Sie forderten weitere Konkretisierungen bezüglich des strategischen Vorgehens und der inhaltlichen Ausrichtung. Knoepfel würdigte diesen dritten Bericht nun als «konkreter» und mahnte dabei an, es sei an der «Zeit, sich an die Umsetzung zu machen.»
SEK übernimmt aktivere Rolle
Der vorliegende Bericht versucht mittels Beispielen zu veranschaulichen, wie Kommunikation auf drei Ebenen – national, kantonal und kommunal – ineinandergreifen soll. Der SEK übernehme dabei klar eine «aktivere Rolle als bisher», so Knoepfel. Zentral sei die Schaffung einer gemeinsamen Identität gegen innen wie aussen.
Thomas Grossenbacher von der Geschäftsprüfungskommission lobte die «erkennbare Konkretisierung». Seiner Meinung nach sei der SEK trotz einiger Unklarheiten im Bericht mit seiner neuen Kommunikationsstrategie «auf Kurs».
In der anschliessenden Diskussion äusserten jedoch mehrere Delegierte ihr Bedauern, dass der Bericht lediglich «zur Kenntnisnahme» vorgelegt werde. Pia Grossholz-Fahrni (BE) etwa beklagte, dass dieses Vorgehen eine inhaltliche Diskussion der einzelnen Punkte verhindere. Trotz diesen kritischen Stimmen wurde der Bericht mit der Diskussion zur Kenntnis genommen.
Ruth Pfister-Murbach und Michel Müller gewählt
Zu den weiteren Geschäften der diesjährigen AV gehörte die Wahl eines neuen Ratsmitglieds für die verbleibende Amtsdauer 2015-2018. Im zweiten Wahlgang wurde Ruth Pfister-Murbach in den SEK-Rat gewählt. Sie bedankte sich und beteuerte, sich für eine «lebendige, attraktive und gehaltvolle Kirche» einzusetzen. Pfister-Murbach tritt die Nachfolge von Peter Schmid (BL) an, der per Ende Jahr zurücktritt.
Des weiteren wurde Michel Müller zum Vizepräsidenten der Abgeordnetenversammlung gewählt. Müller ist Kirchenratspräsident der Evangelisch-reformierten Landeskirche des Kantons Zürich. Bisher war er als Delegierter der Zürcher Kirchensynode in der AV des SEK. Als neue Mitglieder der Nominationskommission der AV wurden Andrea Trümpy, Vize-Präsidentin des Kantonalen Kirchenrates Kanton Glarus, sowie Koni Bruderer, Pfarrer in Heiden (AR), gewählt; letzterer übernimmt das Präsidium der AV-Kommission.
Ratspräsident warnt vor «toxischen Stimmen»
Im Anschluss an die Neuwahlen hielt Ratspräsident Gottfried Locher seine Ansprache an die Abgeordneten kurz. Er dankte allen, die bei den Feierlichkeiten «500 Jahre Reformation» mitwirkten. Er wünschte den Reformierten für ihr Weiterbestehen das Festhalten am «Geist der Einheit», an der «Glaubensgewissheit», und am gegenseitigen «Goodwill» – es habe in einer Zeit der Neuorientierung der Kirche keinen Raum für «toxische Stimmen». Vielmehr gehe es darum, auch bei Meinungsverschiedenheiten konstruktiv an einer Kirche der Zukunft zu arbeiten.
«Healing of memories»
Um die Zukunft der Kirche – und der Ökumene – ging es auch im Postulat des Zürcher Delegierten Michel Müller und seiner Mitunterzeichnenden. Sie luden den SEK-Rat in dem Postulat «Healing of memories» dazu ein, den ökumenischen Prozess, der im Reformationsjahr 2017 aufgenommen wurde, weiterzuführen. Dieser Prozess solle auf allen Ebenen, also national, kantonal sowie in einzelnen Kirchgemeinden und Pfarrereien angestossen werden. Den Namen «Healing of memories» erhielt das Postulat in Anlehnung an die Versöhnungsarbeit im Südafrika der Nach-Apartheidszeit.
Im Namen des Rats nahm Präsident Gottfried Locher das Postulat zur Kenntnis und bekräftigte die Absicht des Rats, sich auf eine Vertiefung der Ökumene einzulassen.