Kirchenbünde rufen zu Solidarität mit Flüchtlingen auf

Der Ökumenische Rat der Kirchen und der Lutherische Weltbund fordern mehr Gastfreundschaft gegenüber Fremden und Flüchtlingen. Es sei Christenpflicht, Misstrauen, Rassismus und Ausbeutung zu bekämpfen.


Der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) hat in seiner Weihnachtsbotschaft zu Solidarität mit Flüchtlingen aufgerufen. Durch die «Menschwerdung Gottes gibt es keine Fremdlinge vor Gott», sagte Generalsekretär Olav Fykse Tveit in Genf. Zum ÖRK gehören weltweit 350 Kirchen, darunter auch der Schweizerische Evangelische Kirchenbund.

Auch die Weihnachtsbotschaft des Lutherischen Weltbundes (LWB) zielt auf die Solidarität unter den Menschen und auf die Hilfe für Fremde. Christen sollten sich für den Dienst am Menschen engagieren, auch wenn sie dazu die Furcht vor gefährlichen Situationen überwinden müssten.

In ein entwurzeltes Leben gezwungen

Die Suche nach Sicherheit, Würde und Wohlergehen habe viele Männer, Frauen und Kinder in ein entwurzeltes Leben gezwungen, sagte ÖRK-Generalsekretär Tveit, ein norwegischer Lutheraner.

Die Flüchtlinge stiessen auf Misstrauen, Rassismus oder sie erlebten Ausbeutung. «Sie sind konfrontiert mit einem Populismus, der sich zwar um einige Menschen sorgt, nicht aber um alle», sagte Tveit.

Die eigene Angst bekämpfen

Der Präsident des Lutherischen Weltbundes, Erzbischof Panti Filibus Musa, sagte: «Wir dürfen nicht zulassen, dass Angst unser friedliches Zusammenleben als Menschen verhindert, besonders in einer Welt, in der uns geografische Entfernungen nicht mehr voneinander trennen.»

Musa fügte hinzu: «Unsere Gastfreundschaft gegenüber denjenigen, die wir als Fremde wahrnehmen, da sie aus anderen Religionen, Kulturen oder Orten stammen, kann nur glaubhaft sein, wenn wir zuerst unsere Angst bekämpfen». Der 1947 gegründete Lutherische Weltbund ist die Dachorganisation von weltweit mehr als 75 Millionen lutherischen Christen. (epd/no)