Kirchen unterstützen Israelitische Gemeinde bei Sicherheitskosten

Die reformierten Kirchenräte beider Basel haben sich für eine Solidaritätszahlung an die Sicherheitskosten der Israelitischen Gemeinde entschieden.


Die Reformierte Kirche des Kanton Basel-Landschaft (ERK BL) leistet einen Solidaritätsbeitrag von 5‘000 Franken an die Israelitische Gemeinde Basel (IGB). Die Reformierte Kirche Basel-Stadt (ERK BS) hat eine kantonale Kollekte für die zweite Jahreshälfte beschlossen. Mit dem Geld wollen die Kirchen die IGB bei der Deckung der Sicherheitskosten unterstützen und somit ihre Solidarität mit der jüdischen Bevölkerung kundtun.

Der Solidaritätsbeitrag wurde von einem Kirchenmitglied angeregt, wie die Kirchen am 24. April in einer gemeinsamen Stellungnahme schreiben. Das Gesuch an die Kirchenräte beider Basel wurde unter anderem von über 30 Pfarrpersonen mitunterzeichnet.

Gefahr durch extremistische Gewalt

Es sei aus Sicht der Kirchenräte nicht nachvollziehbar, dass die Sicherheitskosten bisher in der Verantwortung der IGB lagen, schreiben die Kirchen weiter. Es sei beschämend, dass auch heute noch jüdische Institutionen und Gemeindeangehörige durch extremistische Gewalt gefährdet sind.

Die Kirchen verweisen in ihrer Stellungnahme auf Artikel 57 der Bundesverfassung, wonach Bund und Kanton für die Sicherheit des Landes und den Schutz der Bevölkerung zuständig sind. Niemand solle in der Schweiz wegen seiner Religionszugehörigkeit in Angst vor Gewalt leben müssen, begründen sie ihre Solidarität.

Sicherheitskonzept geplant

Vieles entwickle sich aktuell zwar in eine positive Richtung und die Kirchenräte seien dankbar, dass sich Bund und Kanton gesprächsbereit zeigen, schreiben die Kirchen. Da aber zumindest für dieses Jahr die Deckung der Sicherheitskosten noch nicht klar sei, entschieden sich die Kirchenräte für diese Solidaritätsbekundung mit der jüdischen Bevölkerung der Region.

Erst kürzlich trafen sich die Basler Regierung und eine Delegation der IGB, um die Sicherheit der Gemeinde zu besprechen. Sie wollen bis Januar 2019 ein langfristiges Konzept erarbeiten. Auf nationaler Ebene forderte der Nationalrat im März besseren Schutz für religiöse Gemeinschaften vor extremistischer Gewalt. (pd)