Der Kanton Bern hat den Verkauf seines letzten Pfarrhauses genehmigt. Dies vermeldete der Berner Regierungsrat in einer Mitteilung vom 23. November. Das Pfarrhaus in Limpach in der Gemeinde Fraubrunnen wurde an zwei Private veräussert. Es ist das letzte von insgesamt 107 Pfarrhäusern, die sich im Besitz des Kantons Bern befanden.
Finanzielle Last für den Staat
Der Regierungsrat hatte den Verkauf der Pfarrhäuser 2005 auf Forderung des Grossen Rates hin beschlossen. Bereits 2002 hatte eine Motion im Grossen Rat beanstandet, dass die oft historischen Gebäude nicht angemessen unterhalten würden. Die Pfarrhäuser sollten vom Kanton deshalb zu einem «tragbaren» Preis an die Kirchgemeinden abgegeben werden.
«Für den Kanton stellten die Pfarrhäuser eine finanzielle Last dar, die er angesichts der Entflechtung von Kirche und Staat nicht mehr tragen wollte», sagt Martin Koelbing, Beauftragter für kirchliche Angelegenheiten beim Kanton Bern. Man habe mit dem Verkauf aber nicht einen möglichst hohen Erlös erzielen, sondern den Kirchgemeinden den Erhalt der teilweise unter Denkmalschutz stehenden Gebäude ermöglichen wollen.
Die meisten Kirchgemeinden willigten ein
Beim Verkauf sollten Kirchgemeinden deshalb den Vorrang haben – erst in zweiter Linie und unter gewissen Auflagen kamen auch politische Gemeinden und Private in Frage. Dies war dann der Fall, wenn kleinere Kirchgemeinden aus Angst vor hohen Unterhaltskosten auf den Kauf des Pfarrhauses verzichteten. In Limpach zum Beispiel begnügte sich der Kirchgemeinderat mit dem Kauf des Ökonomie-Anbaus an das Pfarrhaus.
Trotzdem konnte der grösste Teil der 107 Pfarrhäuser an Kirchgemeinden verkauft werden. Nach Angaben von Bernhard Zurflüh vom Amt für Grundstücke und Gebäude entschieden sich 94 Kirchgemeinden für den Kauf. Sechs Pfarrhäuser wurden von Privaten erworben, drei von politischen Gemeinden, zwei von Stiftungen, eines von einem Schulheim, und in einem Fall traten politische und Kirchgemeinde gemeinsam als Käufer auf. (no)