Kampfwahl um einen Sitz im Synodalrat
Per Ende Juni wird das Departement Bildung und Gesellschaft im Luzerner Synodalrat frei. Synodalrat Florian Fischer tritt zurück, an der Sitzung der Synode am Mittwoch wird eine Nachfolgerin gewählt. Interesse am Amt haben zwei Frauen angemeldet.
Eine davon ist Beatrice Barnikol. Sie ist Schulleiterin und Gemeindepräsidentin von Honau bei Rotkreuz. Barnikol wurde 2021 zur Vizepräsidentin der Synode gewählt und ist seit letztem Sommer die amtierende Präsidentin. Die andere Kandidatin ist Manuela Jost, Stadträtin und Baudirektorin der Stadt Luzern.
GLP-Politikerin Jost hat dieses Jahr nicht mehr für den Stadtrat kandidiert. Wie Beatrice Barnikol will sie sich im Synodalrat einbringen. Dazu bewogen haben die beiden Frauen verschiedene Dinge, wie sie auf Anfrage von ref.ch erläutern. Beatrice Barnikol macht ihre «tiefe Leidenschaft und umfassende Erfahrung» in den Bereichen Bildung und gesellschaftliches Engagement geltend: «Die Überzeugung, dass religiöse Bildung eine zentrale Rolle in unserer Gesellschaft spielt und über traditionellen Religionsunterricht hinausgehen muss, motiviert mich, einen proaktiven und innovativen Ansatz in der Kirche zu verfolgen», sagt sie.
Die Luzerner Baudirektorin ist liiert, kulturinteressiert und sportlich aktiv. Sie sass für die GLP im Kantonsrat, war Dozentin im Wirtschaftsbereich der Hochschule Luzern und ist in verschiedenen Verbandsvorständen und Verwaltungsräten engagiert. Jost ist ausserdem Yogalehrerin und hat 2009 mit einer Geschäftspartnerin ein Yogacenter in Root gegründet. (dst)
Stadträtin Jost erlebt die reformierte Kirche als eine «sinnstiftende nicht-gewinnorientierte Institution», die eine wichtige Rolle in der Gesellschaft spiele. Sie sagt: «Ich bin motiviert im Rahmen des Synodalrats in den Bereichen Bildung, Gesellschaft, Nachhaltigkeit mitzuarbeiten, kann mein Wissen und meine Erfahrung einbringen und mein breites Netzwerk zur Verfügung stellen.»
Erfahrene Kandidatinnen
Die künftige Synodalrätin wird das Bildungsdepartement leiten. Beide Bewerberinnen bringen Erfahrung mit. Manuela Jost blickt auf lange Jahre in einer Exekutive zurück, ist mit der Bildungslandschaft vertraut und kennt sich gut mit dem Thema Nachhaltigkeit aus. Darüberhinaus bringt sie ein breites und vielfältiges Netzwerk mit.
Beatrice Barnikol arbeitet im schulischen Umfeld. Sie ist Sozial- und Religionspädagogin sowie Schulleiterin. Barnikol erwähnt mehrere leitende Positionen innerhalb der Kirche, einschliesslich des Synodenpräsidiums.
Die amtierende Synodenpräsidentin ist verheiratet und Mutter zweier Kinder. In ihrer Freizeit spielt sie Blockflöte in einem Ensemble, liest und treibt Sport. Durch ihre Arbeit als Katechetin hat sie eine Bibelsammlung angelegt. Diese reicht von Kunstbibeln bis hin zu einer Bibel von der Grösse einer Zündholzschachtel, die man nur mithilfe einer Lupe lesen kann. (dst)
Mitgliederschwund und soziales Engagement
Gewählt werden ist das eine, das Amt gestalten das andere. Was wollen die Kandidatinnen als Synodalrätinnen bewirken? Manuela Jost will sich für Bildung und Nachhaltigkeit einsetzen und sich für eine Stärkung der reformierten Kirche im Kanton Luzern engagieren. Man müsse die Gründe für den beunruhigenden Mitgliederschwund im vergangenen Jahr analysieren und Wege finden, damit die reformierte Kirche weiterhin Heimat und Orientierung vermitteln könne.
Beatrice Barnikol setzt auf Strukturen, die den Erfolg von Massnahmen messbar machen. Festgelegte Ziele sollen zu operativen Zielen werden. Um auf gesellschaftliche Veränderungen und Bildungstrends reagieren zu können, will sie innovative Ansätze fördern. Zusätzlich plant sie, das Engagement des Synodalrats für soziale Gerechtigkeit und interreligiösen Dialog fortzuführen. (dst)