Kässmann: Schattenseiten der Reformation aufarbeiten

Die Botschafterin des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) für das Reformationsjubiläum 2017, Margot Kässmann, hat sich dafür ausgesprochen, auch die Schattenseiten der Reformation aufzuarbeiten.


Die judenfeindlichen Aussagen in Schriften Martin Luthers seien ein «schreckliches Erbe für die Kirche, die sich nach ihm benannt hat», sagte die ehemalige EKD-Ratsvorsitzende in einem am Freitag, 4. April, gegenüber Deutschlandradio Kultur.

Kässmann begrüsste den Vorschlag des Kriminologen Christian Pfeiffer, die evangelische Kirche solle die Geschichte des Antijudaismus in ihren Reihen durch eine Historikerkommission oder ein öffentliches Symposium aufarbeiten lassen. Zwar sei diese Geschichte wissenschaftlich schon gut erforscht, aber dies sei «nicht in die Breite der Öffentlichkeit und auch unserer Gemeinden vermittelt worden, das fehlt», so Kässmann.