Interreligiöses Forum richtet Appell an Palästina-Demonstranten in Zürich

Der «Interreligiöse Runde Tisch», bestehend aus Leitungspersonen verschiedener Kirchen und Religionsgemeinschaften, zeigte sich besorgt über die judenfeindlichen Äusserungen im Vorfeld der Palästina-Demonstration. Diese fand am Freitag, 18. Juli in Zürich statt.


Wie die «Interreligiöse Runde Tisch»-Verantwortlichen in einer Mitteilung schreiben, gelte es «entschieden zu verurteilen, wenn hier lebende Juden für die politische Situation im Nahen Osten verantwortlich gemacht werden und zu Hass und Gewalt gegen sie aufgerufen wird». Es sei zwar nachvollziehbar, dass der aktuelle Konflikt im Nahen Osten beidseits zu Angst, Verbitterung und Rachegefühlen führt und auch in der Schweiz viele Menschen bewegt. Aber man dürfe sich von der Spirale der Gewalt nicht anstecken lassen. Auch dürfe der religiöse Friede in der Schweiz weder mutwillig noch fahrlässig aufs Spiel gesetzt werden.

Schutz der jüdischen Gemeinschaft in Zürich gefordert

Der Runde Tisch appelliere deshalb an alle, die sich Palästina verbunden fühlen, unter den gegebenen Umständen entweder auf eine Teilnahme an der Demonstration zu verzichten oder sich an der Demonstration für Besonnenheit, Gewaltfreiheit und Respekt gegenüber Andersgläubigen einzusetzen.
Zudem werden die Stadtzürcher Behörden gebeten, den Schutz und die Sicherheit der in Zürich lebenden jüdischen Gemeinschaft voll und ganz sicher zu stellen.
Unterzeichnet wurde der Appell von André Bollag (Co-Präsident Israelitische Cultusgemeinde Zürich ICZ), Mahmoud El Guindi (Präsident Vereinigung Islamische Organisationen Zürich VIOZ),  Irene Gysel (Vizepräsidentin Kirchenrat der Reformierten Kirche Kanton Zürich), Serpil Sahin (Präsidentin Anatolisch-Alevitisches Kulturzentrum Zürich), Dagmar Jauernig (Vorstandsmitglied Schweizerische Buddhistische Union/Kanton Zürich), Benno Schnüriger (Synodalratspräsident Römisch-katholische Kirche im Kanton Zürich).

 

Der «Interreligiöse Runde Tisch» im Internet